Blind ist der, der nicht lieben will – Mathilda Grace



Den Schauspieler Tristan und den erfolgreichen Anwalt Nick verbindet eine lange und intensive Freundschaft. Sie sind wie Ying und Yang oder auch Dick und Doof. Allerdings ist Nick inzwischen mit dem Aufbau seiner neuen Kanzlei beschäftigt, dass ihre Freundschaft einer nicht unerheblichen Belastungsprobe ausgesetzt wird. Außerdem hat Nick auch noch ein lockeres Verhältnis mit dem Staatsanwalt Adrian, den er ebenfalls schon sein halbes Leben kennt. All diese Komponenten unter einen Hut zu bringen überfordert Nick immer mehr.

Tristan hingegen fühlt sich von Nick im Stich gelassen und als dieser auch noch seinen eigenen Geburtstag vergisst und damit die von Tristan organisierte Party sprengt, reicht es dem Schauspieler endgültig und er zieht sich von seinem Freund zurück. Ruhe und Trost findet er bei seiner Familie. Doch bei Tristan ist alles nur Fassade, denn Tristan wandelt auf einem schmalen Grad. Die schweren Zeiten, die er mit seinem Bruder Connor durchlebt hat, haben ihre Spuren hinterlassen. Und im Moment ist Tristan auch noch unglücklich verliebt in einen Mann, der nichts davon ahnt und auch keine Zeit für ihn erübrigen kann. Die Last ist für Tristan zu groß und inzwischen findet er nur noch Trost und Halt im Alkohol, von dem er inzwischen abhängig ist.

Gemeinsam mit Tristans Familie steht Nick seinem Freund bei um vom Alkohol loszukommen. Und irgendwie schaffen sie es auch ihre Freundschaft wieder zu stabilisieren. Doch dann verbringen sie ein Wochenende in New York und dort kommt dann die Wahrheit ans Licht. Tris liebt Nick. Doch Nick fühlt sich nicht in der Lage dieser Liebe und dem Verlangen nachzugeben. Zu groß ist seine Angst vor Bindung, Beziehung und Gefühlen. Zu sehr fürchtet er sich nach seinem gewalttätigen Vater zu geraten!

Wow, was für ein anstrengendes Buch. Anstrengend im Sinn von spannend und aufreibend. Ich gebe zu …. gelegentlich war ich versucht den Protagonisten ein wenig Verstand einzuprügeln. Tristan und Nick sind zwar wirklich liebenswert, aber auch starrsinnig und mühsam wie ein paar wildgewordene Mulis. Dazu kommt dann auch noch Adrian ins Spiel, der ziemlich schnell die Sache zwischen Tristan und Nick erkennt und auch versteht. Ein bisschen hab ich mich in den kühl und pragmatisch wirkenden Adrian verliebt!

Es braucht ein wenig Durchhaltewillen, doch das Buch ist es wert. Die Autorin gibt sich wirklich Mühe dem Leser einen sehr intimen Blick in die Seelen ihrer Helden zu geben. Wie auch im ersten Teil gibt es hier keine erotischen Szenen. Ich persönlich fand es zwar schade, aber Mathilda Grace kann auch ohne Sex-Szenen ein sehr gutes Buch schreiben. Allerdings lässt sich es zwischen Tristan und Nick, aber auch zwischen Nick und Adrian gehörig knistern.

Ob man nun einen Entzug in so einer Art und Weise hinkriegt, das bleibt dahingestellt und wird von mir auch nicht bewertet. Ganz einfach – ich weiss es nicht. Aber ich habe ja auch kein Buch über Suchtbewältigung gekauft. Bekommen habe ich ein tiefgründiges Buch, das sich sehr intensiv mit Ängsten, Süchten und der Hoffnung beschäftigt. Danke!

Genre: Contemporary
Seitenanzahl/Print: 163
Serie: Ostküstenreihe (2)

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