Einsamer Strand – Sue Brown

 

Hinter Liam Marshall liegen harte Monate. Monate, in denen er seinem besten Freund Tag und Nacht zur Seite gestanden ist. Monate, die ihn an seine Grenzen gebracht haben. Und Monate, in denen er seinen besten Freund Stück für Stück an dessen Krebserkrankung verloren hat. Doch nach Alex’ Tod wartet auf Liam ein Abenteuer, das ihn nach Europa führen wird. Genau genommen auf die Isle of Wight. Alex’ letzter Wunsch war es, dass Liam dort einen Teil seiner Asche verstreut. Ausgerechnet die Isle of Wight, wo es doch nur nörgelnde Kinder und ihre Eltern gibt. Ein Rentnerferienort. Und doch fliegt Liam nach England.

Allerdings fällt es ihm schwer sich von diesem letzten Teil Alex’ zu trennen. Immer wieder versucht er es, scheitert jedoch. Auch an jenem Tag, an dem ihn Sam Owens aufgabelt. Sam besucht seine Großmutter und scheint auf der Insel jedem bekannt zu sein. Und er überwältigt Liam mit seiner freundlichen und einnehmenden Art und Weise, dass Liam so gar keine Gegenwehr aufbauen kann. Ausserdem sieht Sam auch noch ziemlich gut aus. Und da Liam sowieso eine lange Durststrecke hinter sich hat, verwundert es kaum dass er Sam ziemlich schnell wie eine reife Frucht in den Schoß fällt.

Sam, der sofort Gefallen an dem Amerikaner gefunden hat, beschliesst diesen Aufenthalt für Liam zu einem denkwürdigen Erlebnis wird, das nicht nur Alex’ letzten Wunsch beinhalten soll. Sam ist direkt, liebenswert und liebenswürdig. Und er fällt ständig mit der Tür ins Haus. Macht den zweiten Schritt vor dem ersten. So überwältigt er Liam, in den er sich ziemlich schnell verliebt. Aber auch Liam findet schnell Gefallen an den unkomplizierten und einnehmenden Sam, der ihn tagtäglich begleitet und über die Insel führt.

Mit Sam erlebt Liam unbeschwerte und wunderbare Tage. Er lernt Sams Familie kennen und kann sich ihm anvertrauen wie kaum jemand zuvor. Sam und seine wunderbare Großmutter helfen ihm auch Alex endgültig loszulassen und sich von den letzten Lasten zu befreien. Gleichzeitig wird die Bindung zwischen ihm und Sam immer stärker. Und Liam erlebt mit Sam und seiner Familie nie gekannte Gefühle. Doch Liam muss zurück in die Staaten. Ihr Glück ist nicht von Dauer. Oder doch nicht?

Bisher konnten mich die Geschichten von Sue Brown nicht wirklich überzeugen. Meist waren sie mir zu überdreht und albern. Doch Einsamer Strand ist etwas ganz Besonders. Sicher – manchmal agieren die Protas nicht besonders erwachsen. Und ich finde auch die Gestaltung des Covers nicht gelungen. Die abgebildeten Jungs entsprechen so überhaupt nicht den Protagonisten, die keine Jungs sondern erwachsene Männer sind.

Doch das ist der einzige Kritikpunkt an diesem Buch. Liams Hingabe und Trauer haben mich sehr berührt. Es war sehr überzeugend geschrieben wie sehr er mit sich kämpft Alex endgültig loszulassen und endlich wieder selbst zu leben. Sam ist natürlich öfters übers Ziel hinausgeschossen, aber sein Timing war gut und seine Geduld und Fürsorgen ja wirklich grenzenlos. Die ganze Familie Owens hat mir gut gefallen, auch wenn sie durchaus ein wenig schräg ist. Aber dies hat dem Buch absolut nicht geschadet und hat es nur noch liebenswerter und amüsanter gemacht. Ich hoffe wirklich sehr, dass Dreamspinner auch noch die zwei ausstehenden Teile übersetzt und dem deutschsprachigem Publikum zugänglich macht

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