Engelsschmerz – Mathilda Grace


Seit kurzer Zeit ist Elias ein Schutzengel. Doch er leidet hier im Himmel, obwohl ihm nach dem Tod die Ewigkeit geschenkt wurde. Denn Elias hat seinen Verlobten Matt auf der Erde zurückgelassen und sein ganzes Denken und Handeln kreisen darum den Geliebten wieder zu sehen; die Zeit zurückdrehen zu können. Sein Mentor, der Wächterengel Aidan, kümmert sich behutsam um den Trauernden. Doch Elias sucht verzweifelt nach einem bestimmten Buch, das ihn zurück zur Erde bringen könnte. Ausgerechnet ein Todesengel – Gabriel – hat ihn darauf aufmerksam gemacht.

Schliesslich gelingt es Elias zurück auf die Erde zu gelangen. Doch anders als er sich das vorgestellt hat. Noch immer ist Matt in seiner Trauer und seiner Verzweiflung gefangen. Und er kann Elias nicht sehen, denn Elias musste einen Preis für seine Rückkehr bezahlen. Er ist unsichtbar geworden – ein Geist. Und so begreift Elias schmerzlich, dass seine Zeit hier wirklich zu Ende ist. Doch er bekommt von den Ältesten noch eine Chance und darf zurück in den Himmel.

Doch dort wird er zum Spielball zwischen dem Wächter Aidan und dem Todesengel Gabriel. Und Elias scheint sich zu entscheiden müssen, welchem Engel er nachgibt.

Obwohl Engelsschmerz nur eine Kurzgeschichte ist, ist der Plot sehr komplex und die Autorin versteht es geschickt viel Stoff auf ‘wenig’ Seiten unterzubringen. Und es gelingt ihr gut, denn weder Geschichte, noch die Protagonisten bleiben oberflächlich. Natürlich darf man sie nicht zuviel Hintergrundgeschichte erwarten, aber diesen Mangel gleicht Mathilda Grace mit schönen Worten und einer wirklich zauberhaften Geschichte aus.

Obwohl wir hier von himmlischen Geschöpfen lesen, gibt es dann auch zum Ende hin ein paar sehr unzüchtige Szenen, die allerdings sehr geschmackvoll und vor allem prickelnd geschrieben wurden. Mir gefiel aber auch die Idee der verschiedenen Engelsfraktionen und die Entwicklung ihrer Vertreter.

Zu Beginn scheint klar zu sein wer auf welcher Seite steht. Gabriel verkörpert den Tod und Aidan das Leben. Gut und Böse. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn es gibt nicht nur schwarz und weiss. Und Elias ist die Person, die zwischen die Fronten gerät. Und es ist seine Aufgabe zwischen Gabriel und Aidan, zwischen Gut und Böse zu vermitteln. Er wird der Mittler und am Ende die Verbindung. Und erst wenn seine Aufgabe erledigt ist, dann können auch weitere Veränderungen in der Engelsgesellschaft stattfinden, die schon viel zu lange verkrustet war.

Mathilda Grace hat wie gesagt eine wirklich zauberhafte Gay-Geschichte geschrieben, die viel mehr ist, als sie zu Beginn scheint.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*