Everything In Between – Michele Notaro

Reese und Caleb sind seit Jahren Arbeitskollegen, kennen sich aber nur flüchtig. Und sie wissen auch nicht, dass sie sich anziehend finden. Dabei ist Caleb out und steht dazu. Reese hingegen wird von Männern, wie Frauen begafft und bleibt doch irgendwie unerreichbar. Doch dann ergibt sich die Gelegenheit sich besser kennenzulernen und Caleb ergreift die Gelegenheit, die vielleicht nie wieder kommt. Dabei stellt er sich zu Beginn ein wenig linkisch an, doch Caleb ist von Natur aus ein sehr vorsichtiger Mensch, der eine sehr unglückliche Kindheit und gewalttätige Jugend überstanden hat.

Auch Reese hat einige Baustellen in seinem Leben. So hat er ein sehr schlechtes Verhältnis zu seinem Vater und die Familie ist generell nicht sehr eng, während Caleb mit seiner Adoptivfamilie sehr verbunden ist. Auch Reese wird schnell ein Teil dieser etwas schrägen, aber auch fürsorglichen Familie. Vor allem Mutter Ann ist eine Nummer für sich und ihr entkommt man nicht.

Der Serienauftakt ist sehr humorvoll, witzig, liebenswert und flüssig geschrieben. Ohne jetzt den Leser zu langweilen, stellt die Autorin ihre Helden vor und vor allem Caleb hat jede Menge Verwandtschaft mit dabei. Drei Adoptivgeschwister und dazu noch die Adoptiveltern – allesamt unheimlich liebenswert, aber durchaus nicht ohne Fehler.

Die Liebesgeschichte zwischen Reese und Caleb verläuft relativ glatt. Es gibt zwar ein paar Stolpersteine, doch das räumt die Autorin schnell aus. Einerseits ist es eben eine Wohlfühlgeschichte, andererseits lässt sie das auch etwas zu cozy und glatt erscheinen. Auch später, als Caleb und Reese ein Paar sind und sie sich in einer Beziehung sicher sind, kommt es natürlich zu Problemen. Eins davon betrifft Calebs biologische Verwandtschaft und auch hier wird alles ziemlich simpel und flott geregelt.

Das nimmt der Geschichte etwas den Reiz. Da hätte ich mir doch etwas mehr ‚Würze‘ erhofft. Dennoch ist es eine lesenswerte Geschichte, die mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Vor allem Caleb kommt dem Leser sehr nahe, denn seine Geschichte ist wirklich tragisch. Dennoch ist er nicht traumatisiert, auch wenn er natürlich so seine Trigger hat und ab und an leicht aus der Rolle fällt. Aber bei seinem Hintergrund sind diese kleinen Aussetzer absolut nachvollziehbar. Reese hingegen bleibt manchmal ein wenig blass. Aber das liegt vielleicht auch daran, weil die Geschichte aus Calebs Sicht erzählt wird.

Dennoch – Leseempfehlung. Hat wirklich Spass gemacht.

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