Kristallschnee – Svea Lundberg

Eine Begegnung, ein Blick – und zwischen dem Polizisten Jannis und dem Sozialarbeiter Felix zündet es. Dabei ist der Moment ungünstig. Ein kleines Mädchen ist in Bedrängnis und soll aus ihrem gewalttätigen Umfeld geholt werden. Doch dieser Moment reicht um bei Jannis und Felix Eindruck zu hinterlassen. Felix ist nicht wirklich an mehr als Sex interessiert. Und den kriegt er immer und überall. Seit der Trennung von seinem Freund, lässt er sich treiben und geht Gefühlen aus dem Weg. Doch der smarte und verdammt gut aussehende Polizist geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Zudem sich ihre Wege erneut kreuzen und Jannis ihm sogar um ein Date bittet.

Obwohl alles an Felix nach Klischee schreit, springt Jannis über seinen Schatten und fragt Felix nach einem Date. Doch das verläuft dann doch ganz anders und sein Eindruck von Felix verändert sich etwas. Jannis wird abwartend und kann doch nicht aus seiner Haut heraus. Er will Felix. Und er ist bereit auch die Konsequenzen für diese scheinbar aussichtslosen Sehnsüchte zu übernehmen. Schnell, vielleicht viel zu schnell lassen sie sich aufeinander ein und doch setzt Felix sofort Grenzen. Keine Gefühle, nur Sex. Jannis scheint bereit zu sein, doch längst hat er sich verloren und erkennt trotz der hitzigen Anziehung zwischen ihnen dass sie sich auf dünnem Eis befinden.

Die Geschichte von Jannis und Felix wird flüssig und spannend erzählt, geizt nicht mit erotischen Momenten und Drama. Für das Drama ist hauptsächlich Felix zuständig, der ständig alles hinterfragt und sich nebenbei auch noch selbst anlügt. Gut, ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Doch bei Felix bekommt man schnell den Eindruck, dass er gerne leidet und die Scheuklappen vor seinen Augen heiss und innig liebt. Jannis hingegen ist … toll. Schon nach den ersten Sätzen wusste ich: Das ist mein Held! Er ist smart, liebenswürdig und liebenswert. Aus One Night Stands macht er sich eigentlich nichts und ist auf der Suche nach Mr. Right. Doch da ist er bei Felix an der falschen Adresse – das merkt er sehr schnell.

Nur schwer kann er sich von der Vorstellung eines Happy-Ends lösen. Obwohl sie beide mehr fühlen als nur die Befriedigung ihrer körperlichen Bedürfnisse, ziehen sie ihre Grenzen. Damit verletzten sie sich gegenseitig, aber auch selbst. Schliesslich setzt Jannis einen Punkt und ich fand sein Handeln mehr als in Ordnung und auch konsequent. Tatsächlich nimmt mich das noch mehr für ihn ein. Mit Felix hatte ich ein wenig Probleme, auch wenn ich seine Vorsicht durchaus nachvollziehen kann.

Neben der Liebesgeschichte gibt es auch noch den Krimiplot, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Jedoch ist dieser Part weder aufdringlich, noch langatmig. – Ich bin ja kein Fan von Krimis oder dergleichen. Für mich hat die Mischung aber gut gepasst und das Buch war so einnehmend geschrieben, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe. Insgesamt ist das Debüt gelungen und hoffe, dass es von der Autorin mehr zu lesen geben wird.

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