Limerenz: wenn Männer sich verlieben – Rigor Mortis

8 Männer, 4 Geschichten und viel Gefühl. Obwohl jede Geschichte in sich abgeschlossen ist, sind doch alle Geschichten und Protagonisten irgendwie miteinander verbunden.

In der erste Geschichte lernt der Leser John und Luc kennen. Sie sind schon ewig miteinander befreundet und arbeiten in den Betrieben ihrer Väter. Jedoch werden sie von der Erwartungshaltung ihrer Eltern fast erschlagen und so ‘brechen’ sie für ein Wochenende aus um es in Las Vegas richtig krachen zu lassen. Doch dieser Trip nimmt eine äusserst ungewöhnliche Wendung und plötzlich kommen sie als Ehepaar zurück! Das finden die Familien natürlich nicht besonders witzig und auch John und Luc müssen erstmal für sich und miteinander klären was genau sie nun wirklich verbindet und was überhaupt möglich ist.

Im zweiten Teil muss sich Stephan damit auseinandersetzen, dass er plötzlich für seine Tochter alleine verantwortlich ist, nachdem ihre Mütter bei einem Unfall gestorben sind. Dabei wird er von Christian, seinem Geschäftspartner, intensiv unterstützt. Doch langsam beginnen die Grenzen zwischen Privatleben und beruflicher Partnerschaft zu verschwimmen. Und plötzlich stellt Stephan sich die Frage, ob er in Bezug auf Christian vielleicht all die Jahre völlig daneben gelegen hat!

Stephan und Christian spielen auch in der dritten Geschichte eine Rolle, da sich hier zwei ihrer Angestellten ineinander vergucken. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Florian und Seth sich begegnen. Tatsächlich haben sie eine gemeinsame Vergangenheit – auch wenn sie wirklich schon sehr lange zurück liegt und vor allem für Florian ist dieses Wiedersehen sehr schmerzlich. Zudem er auch in der Gegenwart mit nicht unerheblichen Problemen zu kämpfen hat. Da hat er eigentlich keine Zeit und auch keine Nerven sich auch noch mit dem gutaussehenden Seth zu beschäftigen, der einst sein Schwarm aber auch bester Freund seines Bruders war.

Florian hat jedoch auch noch einen jüngeren Bruder – Noah. Und dieser taucht plötzlich bei ihm auf. Ausgerechnet bei John und Luc hat er einen Arbeitsplatz ergattert, bringt sich aber durch homophobe Äusserungen schnell an den Rand. Allerdings ist Noah ein verwirrter und unreifer Junge, der sich selbst und seine Bedürfnisse nicht begreift. Erst durch den attraktiven Fotografen Gabriel lernt er sich selbst kennen und auch irgendwann zu akzeptieren.

Die Sammlung von Kurzgeschichten hat eine Weile auf meinem Reader geschlummert. Wie so oft – viel Buch, wenig Zeit. Doch für diese Kurzgeschichten sollte man sich auf jeden Fall Zeit nehmen. Rigor Mortis ist unglaublich begabt und beschreibt äussest feinfühlig die Lebensgeschichten ihre Protagonisten. Ihre Helden dürfen auch mal schwach sein, oder herumzicken. Jedoch bringt die Autorin ihre Männer immer wieder auf Linie und ihre persönliche Entwicklung, aber auch die ihrer Beziehung, wird plausibel und humorvoll, ernst, witzig und glaubwürdig beschrieben. Bitte mehr davon, Rigor Mortis!

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