Runner – Parker Williams

Matt Bower führt das Leben eines Einsiedlers. Seit Jahren lebt er außerhalb seiner Heimatstadt in seinem Haus. Kontakt hat er nur zu seinem Bruder Clay und einem hiesigen Händler, der ihn mit Lebensmitteln und Dingen des Alltags versorgt. Internet hat er keines, dafür einen genau geregelten Tagesablauf, der ihn auch immer in seinen Garten führt, wo er Gemüse und Obst zieht. Seit einem Zwischenfall in seiner Jugend zieht Matt die Isolation vor und fühlt sich nur so sicher.

Sein geregeltes Leben wird jedoch von einem Läufer gestört. Was tut der Fremde hier und wieso läuft er jeden Tag an seinem Haus vorbei. Von seinem Bruder, der auch der Sheriff der Gegend ist, hat er keine Hilfe zu erwarten. Solange der Fremde außerhalb von Matts Besitz bleibt, kann die Polizei nichts tun.

Dabei würde Charlie, der Läufer, Matt sehr gern kennenlernen. Der Autor ist fasziniert von dem scheuen Einsiedler, von dem er von dessen Bruder bereits einiges gehört hat. Schließlich gelingt die Kontaktaufnahme doch und Matt wagt sich sogar aus dem Haus. Charlie wird zu einer Konstante in seinem Leben, auch wenn er ihn weiter vorsichtig auf Distanz hält. Doch eines Tages taucht Charlie nicht auf und Matt gerät in Panik. Plötzlich stellt er sein ganzes Leben auf den Kopf und verlässt trotz seiner Ängste und Phobien das Haus!

Runner ist eine sehr intensive Geschichte. Matt leidet an Panikzuständen, PTSD und einem Ordnungswahn. Nur so hat er sein Leben irgendwie im Griff. Doch er ist auch sehr einsam. Zwar hat er die Einsamkeit gewählt, doch als Charlie in sein Leben trifft wird ihm diese Einsamkeit richtig bewusst.

Charlie ist ein sehr geduldiger und verständnisvoller Mann. Zwar erzählt Matt die Geschichte, doch Parker Williams versteht es gut auch Charlie sehr gut zu beleuchten. Der ist fast zu gut um wahr zu sein. Doch er ist nicht perfekt und bis sie sich wirklich finden, müssen Charlie und Matt Höhen und Tiefen überwinden.

Durch Matts Trauma sind körperliche Berührungen und mehr Mangelware. Doch das passt sehr gut zu dieser Geschichte und es spielt sich ja viel auf der mentalen Ebene ab. Oliver schafft es Matts Vertrauen zu gewinnen und kann seine eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Zwar lernen sie sich auch körperlich kennen, doch dieser Aspekt der Geschichte braucht einfach Zeit und ist sehr glaubhaft beschrieben. Wer also keinen sextriefenden Actionknaller sucht, sondern eine sehr berührende Geschichte mit ein wenig Humor und viel Gefühl, darf getrost zu diesem Bruch greifen.

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