Shawn`s Law – Renae Kaye

Shawn ist das personifizierte Unglück. Wenn jemand Pech hat, dann er. Einerseits ist er ein wenig konfus und gedankenverloren, andererseits scheint er Unglück und Pech auch wie ein Magnet anzuziehen. Dabei ist sein Leben kompliziert genug. Seit Jahren kümmert er sich um seine alzheimerkranke Mutter und lebt mit ihr zusammen. Seine Schwester ist ihm dabei keine so große Hilfe. Lisa ist verheiratet und hat drei kleine Kinder um die sie sich kümmern muss. Einziger Lichtblick für Shawn ist sein Nachbar. Sexy, gutaussehend und schön anzusehen. Doch Shawn macht sich keine Illusionen. Er ist kein geeignetes Boyfriend-Material.

Das sieht Harley – das Objekt von Shawns Begierde – aber ganz anders. Längst ihm der scheue und attraktive Shawn aufgefallen, doch erst ein Unfall stellt einen wirklichen Kontakt her. Und damit bleibt Harley am Ball. Doch Shawn machte es dem langhaarigen Harley nicht so leicht, auch wenn die gegenseitige Anziehung da ist und zwischen ihnen die Funken sprühen. Zuviel in Shawns Leben ging schon schief und seine Pechsträhne reisst einfach nicht ab. Im örtlichen Krankenhaus kennt man ihn schon und seine vergangenen Beziehungen waren samt und sonders Katastrophen.

Shawn will so gern an ein Happy End mit Harley glauben und doch ist ihre Beziehung nicht einfach. Vor allem weil Shawn die Tendenz hat Harley immer wieder von sich zu stoßen und Harley nicht ganz die Tragweite von Shawns endlos wiederkehrenden Katastrophen und der permanenten Belastung durch die Krankheit der Mutter begreift.

Shawn’s Law ist eine sehr witzige, teilweise schon absurde Geschichte. Man mag gar nicht glauben wieviel Pech ein Mensch haben kann. Harley ist ein sehr geduldiger und großzügiger Mensch. Andere hätten schon sehr schnell das Handtuch geworfen. Doch perfekt ist der Schönling nicht wirklich. Shawn hingegen ist scheu und teilweise sehr anstrengend. Aber kein Wunder, dass er sich ständig fürchtet und unter Spannung steht. Wer würde das nicht? Ausserdem zehrt die Krankheit seiner Mutter sehr an ihm.

Shawn ist wirklich ein wunderbarer und hingebungsvoller Sohn. Er tut Dinge, die für Männer nicht selbstverständlich sind. Doch er will Estelle auf gar keinen Fall in eine Pflege geben. Dieser Aspekt der Geschichte ist wahnsinnig emotional und berührend. Vor allem für Leser, die sich in einer ähnlichen oder fast ähnlichen Situation befinden. Shawns Verhältnis und Hingabe war für mich sehr berührend zu lesen und nötigt mir auch sehr viel Respekt ab. Die Sprache ist schon etwas komplexer und es hat gedauert bis ich wirklich in den Stil der Autorin gefunden habe. Zwischen den Akteuren knistert es zwar immer wieder, doch die Geschichte wird nicht mit erotischen Szenen überschwemmt. Schönes, witziges Buch, das aber auch nachdenklich und betroffen macht.

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