[sub]optimal – A.C. Lelis

Der Tänzer Boris verliert immer mehr den Boden unter den Füßen. Ohne ordentliches Einkommen ist sein Leben kaum finanzierbar und er will doch nur tanzen. Doch er ist gezwungen sich mit Jobs über Wasser zu halten, die ihm nur bedingt Spass machen. Auch sein Liebesleben verläuft eher unrund. Mit Marco verbindet ihn eine lose Bettgeschichte, der Fotograf Ulrich kann Boris Gefühle nicht erwidern und sein dunkles Geheimnis ist Lars, dem Boris erst vor einem Jahr entkommen ist. Stabilität hat er bisher nur bei Freund Julian gefunden, doch der ist inzwischen mit Henrik liiert und Boris kennt seine Grenzen.

Grenzen kennt auch Kai, der ein Kraft- und Fitnessstudio betreibt. Und Kai erkennt in Boris sehr schnell was er ist: ein Sub. Doch Kai erkennt auch, dass Boris nur wenig Ahnung von dem Livestyle hat und eindeutig an die falschen Männer geraten ist. Boris bedeutet nur Ärger und doch kann Kai ihn nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Allerdings kapiert Kai auch sehr schnell, dass Boris ein sehr widersprüchliger Sub ist, der durch seine traumatischen Erfahrungen nichts mehr mit BDSM zu tun haben will, gleichzeitig aber auch gegen seine Bedürfnisse ankämpft.

Ach Boris, er hat mir ein wenig Sorge bereitet und Nerven gekostet. Doch A.C. Lelis hat ihn auch durch die Hölle und zurück geschickt. Kein Wunder, dass er so verwirrt, manchmal ein wenig verhaltensauffällig und auf jeden Fall unentschlossen agiert hat. Kai hingegen steuert das Schiff in stürmischer See. Trotz seines beeindruckenden Äußeren und seiner gefährlichen Ausstrahlung gehört er jedoch in die Kategorie Kuschel-Dom. Er ist zwar sehr ruhig, bedächtig und auch präzise in seinen Handlungen, aber er ist kein Sadist. Und so passen er und Boris auch gut zusammen. Denn Boris ist kein Masochist, auch wenn er mit einem gewissen Maß an Schmerz durchaus umgehen kann; davon erregt wird.

Während es im ersten Teil der Serie gleich von Beginn an Sex satt gibt, geht die Autorin hier behutsamer ans Werk. Das liegt natürlich an Boris‘ Vergangenheit und auch an den dramatischen Entwicklungen in der Gegenwart. Jedoch schwingt immer ein Hauch von Erotik in ihren Blicken und Wortgefechten mit.

Obwohl es ihm Boris wirklich nicht leicht macht, legt Kai sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen an den Tag. Dabei muss er sich aber auch noch mit Boris‘ besorgten Freunden herumschlagen, die nur teilweise von Boris‘ Neigungen wissen und auch nicht wirklich damit umgehen können. Genau deswegen ist auch Kai der richtige Mann für diesen Job, auch wenn man es ihm nicht leicht macht. Denn Boris braucht wirklich viel Fürsorge, aber auch Disziplin und vor allem Aufklärung über den Lebensstil.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn es sich deutlich vom ersten Teil unterschieden hat. Aber das muss ja auch kein Nachteil sein. Ganz im Gegenteil. Die Autorin ging eben auf einen anderen Kink ein und hat großen Wert auf die emotionale Annäherung der Helden (Stichwort Vertrauen) gelegt. Doch es gibt auch Sex – natürlich. Aber erst spät und wohldosiert eingesetzt. Dennoch kinky, aufregend und harmonisch beschrieben.

Mir hat es gefallen und deswegen gibt es – trotz leichter Schwierigkeiten mit Boris‘ Naivität und Impulsivität – wieder fünf Regenbögen!

Eine weitere Besprechung zu diesem Buch gibt es bei El Ma nachzulesen. <klick>

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