Drawing the Devil – Jon Keys

Ein besonders aggressiver und gefährlicher Bulle bringt den Bullenreiter Dustin Lewis und den Bullenkämpfer Shane Rees zusammen. Als der Bullen Dustin abwirft und verletzt, ist es Shane der den jüngeren Mann rettet. Auch Shane hat schon Erfahrung mit dem Tier und verdankt ihm die Narben an Körper und Gesicht. Rodeo ist eine gefährliche Angelegenheit, doch Shane fühlt sich in diesem Zirkus wohl. Auch wenn er vorsichtig sein muss und seine Sexualität für sich behält. Genauso Dustin, der als Teenager wegen seiner Homosexualität aus dem Elternhaus geworfen wurde.

Der Unfall bringt Shane und Dustin zusammen und Shane bietet dem Jüngeren eine Mitreisegelegenheit an – unter den Akteuren des Rodeo-Zirkus keine Seltenheit. Dustin sieht mehr als nur die Narben und fühlt sich zu Shane hingezogen. Doch Shane ist durch seine Narben sehr dünnhäutig und auch distanziert geworden. Dustins Worten schenkt er nur wenig Glauben. Wie kann ihn der attraktive Reiter nur anziehend und gutaussiehend finden? Da muss ein Haken an der Sache sein und Shane glaubt nicht, dass Dustin sich sehr lange mit ihm abgeben wird. Doch Dustin bleibt an Shanes Seite und durch die Enge des Trailers, kommen sie sich natürlich weiter nahe.

Der Rodeo-Zirkus und die Besucher der Veranstaltungen sind jedoch nicht gerade gay-freundlich und Shane hat auch mit der eigenen Familie Probleme, auch wenn diese nicht so drastisch wie Dustins reagiert.

Der Geschichte ist wirklich gut erzählt und deutet die Homophobie in gewissen Teilen der Gesellschaft nicht nur an. Shane und Dustin erfahren es am eigenen Leib und wird sie und auch als Paar verändern. Phasenweise ist der Schreibstil gewöhnungsbedürftig, da es ziemlich rasche Wechsel gibt. Ausserdem bleibt der Autor auch ein wenig vage, was die Vergangenheit der Protagonisten betrifft. Von Dustin erfährt man deutlich mehr, während Shane in der Hinsicht etwas blass bleibt. Doch die Protas sind gut beschrieben und so wird bei Dustin ein gewisses Aufmerksamskeitsproblem thematisiert, das sich für als ADS herauskristallisiert hat.

Zwischen Shane und Dustin knistert es gewaltig und doch ist es keine reine Bettgeschichte. Es gibt auch einen Plot – man mag es kaum glauben. Manchmal ist das Verhalten und die Schreibweise etwas spröde, doch aufgrund des Settings fand ich das sogar ganz passend. Man will ja von echten Kerlen lesen und nicht von weichgespülten Cowboys. Bis auf den schnellen Szenenwechsel hat mir das Buch gut gefallen. Einen kleine Kritik an Shanes Familie möchte ich auch noch anmerken. Es wird von Brüdern gesprochen, doch wirklich ins Spiel kommt nur Sam, der sich gegen Ende des Buchs sogar als Shanes Zwilling herausstellt. Auch das ist dann nicht unwichtig für die Geschichte.

Ein Gedanke zu „Drawing the Devil – Jon Keys

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