Der Millionär von nebenan – M.J. O’Shea


Sasha hat sich in zwei Jahren für seine Chefin Joanne unentbehrlich gemacht. Noch ist er ihr Assistent, doch irgendwann will er selbst für ein Modelabel Sorge tragen und zum Creative Director aufsteigen. Doch noch ist es nicht so weit. Und jetzt muss er sich über den Sommer hinweg auch noch mit dem Chefdesigner Harrison, der auch Joannes Bruder ist, auseinandersetzen. Die Hamptons, wo Harrison in einer Art Schloß residiert und dort über alle Designs wacht, haben für Sasha keinen wirklichen Reiz. Doch Alternativen gibt es nicht.

Harrison freut sich genauso sehr auf Sasha, wie dieser auf ihn. Schon ihre erste Begegnung vor zwei Jahren lief nicht gut und seither gehen sich die Männer – so gut es geht – aus dem Weg. Dabei findet Harrison durchaus Gefallen an dem attraktiven und lebensfrohen Sasha. Aber dies zugeben? Niemals. Ihn mit dem nötigen Respekt behandeln? Nicht unbedingt. Es scheint ein langer, erschöpfender und unerfreulicher Sommer zu werden.

Harrison ist ein Stinkstiefel. Das beschreibt den eigenwilligen und erfolgreichen Designer wohl am Besten. Immer wieder blitzt so etwas wie Interesse, Freundlichkeit und Charme auf. Aber er ist eine wirklich anstrengende Persönlichkeit und wirklich verstehen kann man seine Beweggründe nicht. Dass Sasha so lange durchhält, das grenzt schon an ein Wunder. Dass auch Sasha gelegentlich aus der Rolle fällt und sich ungerecht behandelt fühlt, ist bei Harrisons Verhalten wirklich nicht verwunderlich.

Die Geschichte ist sehr flüssig geschrieben, aber die Autorin verliert sich leider oft in ausufernden Beschreibungen der Modebranche. Das ist manchmal etwas zu viel. Die Chemie zwischen den Helden stimmt zwar und sie schafft es ganz gut zu die Spannung zu steigern. Allerdings bekommt der arme Sasha – und dann auch der Leser – immer wieder kalt-warm von Harrison, der seinen Charakter echt irgendwo in einem Schrank versteckt haben muss.

Die Erklärung für sein ambivalentes Verhalten wird zum Schluss natürlich geliefert, war für mich aber dann einfach unbefriedigend. Schade, aus der Geschichte hätte man doch deutlich mehr machen können. Das geht auch anders.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Anti-Spam durch WP-SpamShield