One Step Further – Felice Stevens

Alex Stern ist Jedermanns Liebling, der überall gut ankommt, gut aussieht, Freunde hat und offenbar immer gut gelaunt ist. Rafe Hazelton hingegen ist scheu, zurückhaltend und eben nicht so offen und beliebt wie Alex. Doch Rafe und Alex haben gemeinsame Freunde, das bringt auch sie immer wieder zusammen. Bislang hatte Alex nur ein mildes Interesse an dem attraktiven, wenn auch sehr schweigsamen Tierarzt. Doch nachdem sein bester Freund Micah nun geheiratet hat, fühlt Alex eine unwillkommene Einsamkeit. Der Wunsch nach einer Beziehung ist nicht da, aber nach Freundschaft. Und Rafe scheint empfänglich für Alex’ Charme zu sein.

Tatsächlich ist Rafe sehr empfänglich und auch bedürftig. Doch während sie mehr Zeit zusammen verbringen und sich auch etwas besser kennenlernen, wächst auch Rafe’s Selbstbewusstsein. Und das ist nun wirklich nicht besonders groß. Rafe kämpft gegen seine ständige Verlegenheit und Unsicherheit. Ausserdem beginnt er immer wieder schnell zu stottern und dies macht es auch nicht gerade besser im Umgang mit dem eloquenten und charmanten Alex. Rafe fragt sich zurecht was Alex eigentlich von ihm will. Und irgendwann beginnt er sich zu fragen, was er selbst von Alex will und wie weit sie gehen können, ohne diese neue Freundschaft zu gefährden.

Alex und Rafe sind zwei Nebenakteure aus dem Buch ‘Memories of the Heart’ von Felice Stevens. Die Geschichte von Rafe und Alex war wohl nicht geplant, ist aber wunderbar gelungen. Beide Männer haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen; sie schleppen Bürden und Geheimnisse mit sich herum. Jedoch gehen sie beide unterschiedlich mit diesen Problemen. Alex ist der Clown, der niemand seine Tränen sehen lässt – so sieht Rafe es gegen Ende des Buches. Und für mich ist das die perfekte Beschreibung für Alex. Rafe hingegen haftete schon im ersten Buch eine gewisse Traurigkeit und Melancholie an. Doch seine Geschichte ist dann umso ergreifender und berührender. Als Leser bleibt man dann schon fassungslos, wütend und empört zurück.

Obwohl von Anfang an klar ist, dass es in Richtung Beziehung gehen wird, ist die Geschichte wunderschön und auch manchmal sehr traurig geschrieben. Es ist Felice Stevens wohl eigen den Leser auf eine emotionale Reise zu schicken. Es hätte schlimmer kommen können – doch zum Ende hin, wenn Alex sich endlich öffnet und die Tragödie seines Lebens teilt, wird es schon sehr heftig und man lässt ein paar Tränen. Auch wenn die Autorin sehr einfühlsam schreibt und die Protagonisten viel ihrer Gefühlswelt offenlegen, bleibt der Sex nicht auf der Strecke. Die intimen Szenen sind sehr schön und gefällig geschrieben, niemals belanglos oder als Seitenfüller gedacht. Besonderes Kinks haben weder Rafe, noch Alex und das ist auch gut so. Alles andere hätte den Zauber des Buches zerstört.

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