Cookies – Teodora Kostova

Amirs Lebensinhalt ist seine kleine und erfolgreiche Bäckerei – Cookies. Diese betreibt der frühere Soldat zusammen mit seiner besten Freundin Chris. Dieser versucht ihren Freund immer wieder zu sozialisieren und zurück ins Leben zu schubsen. Doch Amir ziert sich, denn der Krieg hat ihn nicht nur seine mentale Gesundheit, sondern auch sein Bein gekostet. Inzwischen kommt er mit der Beinprothese gut klar, doch sein PTSD macht ihm immer wieder zu schaffen. Laute Geräusche sind ihm ein Graus und auch Feuer kann ein Trigger für eine Episode sein.

Der Student Jay liebt die süssen Leckereien bei Amir und kommt regelmäßig vorbei um sich Cookies oder Brownies zu holen. Doch auch Amir hat es ihm angetan und Jay flirtet immer wieder mit dem scheuen, zurückhaltenden Mann. Und dann überwindet Amir sich doch und steckt Jay seine Karte zu. Das Interesse ist ja gegenseitig und Jay ruft auch tatsächlich an. Doch Amir ist voller Zweifel und unsicher. Wird der lebenslustige und offensichtlich makellose Jay mit Amirs Verletzungen, Narben und Beeinträchtigungen klar kommen? Kann er ihm die Folgeschäden des Krieges zumuten, die sich auch in Albträumen und Panikattacken manifestieren!

Immer wieder nehme ich mir vor, mehr von dieser Autorin zu lesen. Doch dann kommt mir etwas anderes dazwischen und ich vergesse es wieder. Schande über mich, denn Teodora Kostava schreibt wirklich sehr schön und einfühlsam. Die Geschichte wird aus der Sich von Amir erzählt und so liegt es in der Natur der Sache, dass man von ihm wirklich sehr viel erfährt. Seine Limits sind ganz klar und verständlich erklärt und so erscheint sein Verhalten auch logisch. Doch Teodora Kostova gelingt es auch aus dieser Perspektive Jay Leben einzuhauchen und ihn nicht verblassen zu lassen.

Jay und Amir nähern sich langsam an und es ist Jay, der die treibende Kraft ist. Amir hingegen bremst immer wieder, kann sein Verhalten jedoch schlüssig erklären und nichts liegt ihm ferner als Jay zu verletzen. Dieser studiert etwas, das ihm eigentlich gar keine Freude macht. Doch Jay ist noch nicht in der Lage sich von den Erwartungen seines Vaters zu lösen. Doch erst die Bekanntschaft mit Amir und dessen Engagement in einem Zentrum für Kriegsheimkehrer lässt ihn seinen eigenen Lebensweg überdenken. Und plötzlich wächst Jay über sich hinaus und überrascht nicht nur sich selbst mit dem Ergebnis. Doch auch Amir entwickelt sich weiter. Auch ihn führt diese Beziehung immer wieder an seine Grenzen und darüber hinaus.

Cookies ist eine wirklich romantische Geschichte, die sehr ruhig erzählt wird. Jedoch fehlt es ihr weder an Drama, Tiefe, Humor oder Romantik. Die Nöte des Zentrums werden sehr eindrücklich und die Lage der Kriegsheimkehrer durchaus realistisch beschrieben. Viele Nebenakteure machen die Geschichte sehr lebendig und es wäre schön, wenn auch Amirs Freund Greg seine Geschichte bekommen würde.

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