Schritt für Schritt – K.C. Wells

Der Traum ein Top-Anwalt zu werden scheint dem jungen Jamie zwischen den Fingern zu zerbröseln. Seine Eltern sind in einem bitteren Scheidungskrieg verstrickt, der nun das Geld für Jamies Ausbildung auffrisst. Er selbst arbeitet sich zwar fast zu Tode, doch das Geld reicht nie aus und nun verliert Jamie auch noch einen wichtigen Job, sowie seine Wohngelegenheit. In diesem Zustand der völligen Verzweiflung trifft er auch Guy.

Guy war einst in einer ähnlichen Situation wie Jamie und er kennt die Verzweiflung und Aussichtslosigkeit. Doch er hatte einen guten Engel, der ihm in dieser Situation wieder auf die Beine half und noch viel mehr. Guy will Jamie helfen und so etwas von dem zurückgeben, das er selbst vor so vielen Jahren erfahren hat.

Guys Angebot ist fast zu schön um wahr zu sein und doch geht Jamie darauf ein. Dass Guy schwul ist, ist zwar erst ein kleiner Schreck, doch dann ist es auch schon kein so großes Thema mehr. Tatsächlich kommen die beiden so unterschiedlichen Männer sehr gut miteinander zurecht und das Zusammenleben gestaltet sich erfreulicherweise sehr harmonisch. Sie lernen sich besser kennen und vor allem Jamie erweitert seinen Horizont.

Doch es gibt auch Schatten und Zweifel. Und dann ändert sich ja doch etwas zwischen ihnen. Die Bindung wir intensiver und Jamie stellt fest, dass er möglicherweise doch Interesse an Männern hat. Doch was bedeutet das dann für seine Freundschaft und Beziehung zu Guy. Und auch Guy spürt, dass da mehr zwischen ihnen ist und werden könnte. Doch Beziehungen zu heterosexuellen Männern waren in seinem Leben noch nie erfolgreich. Ganz im Gegenteil.

An sich fand ich die Geschichte sehr süss. Die Autorin hält sich zu Beginn mit den sexuellen Aktivitäten zurück, was auch Jamies Sexualität geschuldet ist. Das hat sie gut gemacht. Später wird das natürlich mehr und es macht auch Spaß zu lesen, wie Jamie sich und Guy entdeckt und erforscht. Wie sich ihre Beziehung verändert und vertieft.

Leider ist die Geschichte mit vielen Klischees angefüllt und dann ist mir dieser „Guter-Samariter“-Plot ein wenig suspekt. Also Guys Beweggründe sind schon verständlich, geben der Geschichte aber auch so etwas wie einen „Fairytale“-Touch. Das ist ja an sich nicht schlecht, aber bei dem doch beträchtlichen Altersunterschied zwischen Guy und Jamie wirkt es dann auch wieder etwas befremdlich. Wäre dieser nicht ganz so krass gewesen, dann hätte der Plot für mich vermutlich etwas besser funktioniert.

Weitere Meinungen zu dem Buch gibt es bei:

Laberladen

GayDanken

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.