[Gaydanken] Ist es das alles wert?

In ein paar Tagen – um genau zu sein am 25. Mai 2018 – tritt die neue Datenschutz-Grundversordnung in Kraft. Dieses Machwerk der EU kostet vielen Menschen viele Nerven und vermutlich auch viel Geld. In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich ausführlich damit beschäftigt. Versucht das Ganze zu verstehen (völlig sinnlos) und mich mit anderen Bloggern bzw. Seitenbetreibern ausgetauscht.

Inzwischen bin ich der ganzen Angelegenheit ziemlich müde. Ich verstehe natürlich das Grundprinzip der ganzen Sache. Allerdings ist dieses Gesetz ein einziger kaum durchdringliche Dschungel, der auch von klugen Juristen kaum verstanden wird. Zudem gibt es ja auch noch gar keine Präzedenz-Fälle (na wie auch?), damit man sich als kleiner Buchblogger irgendwie orientieren könnte.

Eine Weile war ich optimistisch all dieses Zeugs zu entwirren und irgendwie klar Schiff zu machen. Doch je mehr Artikel man liest, je mehr man sich austauscht und je mehr man über diverse Panik-Mache-Artikel und Posts (Social Media) stolpert und das auch noch liest, desto verzagter wird man.

Den Blog habe ich schon auf das Minimum reduziert. Keine Verlinkungen mehr zu Amazon, Google Analytics deaktiviert, mich von einigen Plugins getrennt, der fleißig Daten sammeln und wo man einfach nicht weiß, was damit tatsächlich geschieht. Aber ich bin weder Jurist, noch Informatiker. Mit diesen Dingen bin ich einfach überfordert und mein kleiner Verstand ist auch nicht in der Lage das alles in einen korrekten Kontext zu bringen, geschweige denn auch noch rechtskonform umzusetzen.

Jetzt habe ich mir Hilfe geholt, weil ich einfach immer mehr den Spass an der Sache verliere. Der Blog war ursprünglich ja auch mehr als persönliche Spielerei und Archiv gedacht. Es war großartig mich mit anderen Bloggern auszutauschen und Neues zu entdecken. Auch der Kontakt über die Facebook-Seite war immer sehr angenehm.

Doch die Verlinkungen zu Facebook und Twitter habe ich nun gekappt. Auch die Kommentarfunktion deaktiviert. Die Frage stellt sich nun für mich, ob das Ganze wirklich noch einen Sinn macht? Wozu soviel Arbeit in die Pflege investieren und dann auch noch Geld für Host, Domain und eben die besagte Hilfe auszugeben, wenn man trotzdem immer das Gefühl hat, dass es nicht genug ist.

Für ein Jahr habe ich die Seite jetzt wieder verlängert. Aber ob sie noch so lange besteht, das muss ich mir noch gründlich überlegen. Rezensionen kann man auch bei Goodreads und Amazon absetzen. Und so ohne Kommunikation verliert so ein Blog doch auch irgendwie seinen Sinn, oder nicht? Der nächste Step wird dann die Löschung der zugehörigen FB-Seite sein. Wirklicher Austausch fand dort mangels Interesse sowieso nicht statt. Insofern fällt damit dann ein weiterer Unsicherheitsfaktor in Falle eines eifrigen Datensammlers weg.

Wer jedoch weiter mit mir in Kontakt bleiben oder kommen möchte, der kann dies ja weiter über meinen privaten Facebookaccount sowie per Mail (siehe Impressum) tun.

Under Construction …….

Ja, hier könnte es in nächster Zeit zu einigen Veränderungen kommen. Ich mag zwar den minimalistischen Stil meines Blogs und die gedeckten Farben, aber mit der Aufbereitung meiner Rezensionen bin ich nicht ganz so glücklich. Wenn man über den Gartenzaun schaut, dann ist das Gras beim Nachbarn natürlich immer grüner. So ergeht es vermutlich auch so manchem Blogger, der dann neidvoll zum kreativen Nachbarn schaut und glaubt, dass dort alles viel schicker und ansprechender ist.

Aber eigentlich soll man sich doch nicht am Ausdruck und Geschmack der anderen Blogger orientieren. Das eigene Projekt soll ja dem Blogger selbst jetzt Spass und Freude machen. Es liegt mir fern jetzt eine Vielzahl von namen- und gesichtslosen Followern zu generieren, mit denen ich sowieso vermutlich nie im Leben interagieren werde. Egal auf welcher Plattform, egal in welcher Art und Weise.

Es ist aber nicht immer einfach sich selbst treu zu bleiben und seine Unzulänglichkeiten zu akzeptieren. So kann ich wohl mit der Tastatur umgehen und meine Gedanken zu den gelesenen Büchern wohl ganz gut und halbwegs fehlerfrei zum Ausdruck bringen. Geht es dann aber los mit Gestaltung, Farben, Umsetzung und visuellen Reizen … nope! Da ist nix und da wird auch nie etwas werden. Als dieses Talent verteilt wurde, da war ich wohl eben unter der Dusche oder wurde schlichtweg vergessen.

Auf jeden Fall habe ich mir in den letzten Tagen Gedanken über die Verlinkungen zu Amazon und der aufgekochten Aufregung über Abmahnungen und Werbungen, die auf den Blogs deutlich sichtbar gemacht werden müssen, gemacht. In Österreich mahlen die Mühlen zum Glück etwas träger, aber natürlich will man als Privatperson nichts riskieren. Ich schreibe sehr gern Rezensionen, teile gern meine Eindrücke und mag es mit anderen Bloggern oder Lesern über die gelesenen Bücher zu plaudern. Allerdings bin ich nicht willig für diesen Zeitvertreib zwischen die Stühle zu geraten und am Ende für etwas abgestraft zu werden, das mir sowieso kein Einkommen beschert.

Deswegen werden in den nächsten Tagen die Verlinkungen zu Amazon verschwinden. Tut mir zwar weh, weil es dann deutlich weniger Bilder geben wird, aber ich gehe davon aus, dass meine Follower in der Lage sind sich die besprochenen Bücher bei Amazon zu suchen. Was nun mit den Verlinkungen zu den Verlagen und Autoren betrifft – da muss ich noch drüber nachdenken und mich schlauer machen. Gilt das dann auch schon als Werbung? Vermutlich. Auch wenn ich finanziell nix davon habe.

Auf jeden Fall bleibt der Blog online und erreichbar. Die Arbeiten können ja auch in diesem Zustand durchgeführt werden. Aber es könnte sein, dass immer wieder Testseiten auftauchen und genauso schnell wieder verschwinden. In diesem Sinne mache ich mich nun ans Werk.

Christina