The Sinners Club – Kate Pearce

Jack Lennox reist unter seinem Alter Ego Jack Smith aufs Land. Genaugenommen auf den Familiensitz der Lennox. Dort will er sich ein Bild von den Umständen machen, denn Jack ist unerwarteterweise das Erbe der Lennox in den Schoß gefallen. Doch da gibt es noch die Witwe des letzten Lord of Storr und diese behauptet schwanger zu sein. Bringt die Dowager Countess Mary also einen männlichen Erben zur Welt, ist Jack raus aus dem Spiel. Doch es scheint einige Ungereimtheiten im Leben der Countess zu geben. Und ihr enges Verhältnis zu ihrem Bruder Simon gibt immer wieder Anlass zur Spekulationen und Gerüchten.

Mary und ihr Bruder Simon nehmen den angeblichen Sekretär des möglichen nächsten Lords auf Pinchbeck Hall auf und versuchen sich ein Bild von ihm zu machen. Dabei geraten sie schnell in die Fänge des überaus talentierten und sexuell erfahrenen Jack. Diesem fällt es nicht schwer erst Simon, dann Mary zu umgarnen und zu verführen. Die Geschwister sind aber auch leichte Beute und selbst nicht unerfahren in diesen Dingen. Und schon gar nicht prüde oder zurückhaltend.

Jack sucht nicht nur nach der Wahrheit bezüglich der Geschwister und der Verhältnisse auf Pinchbeck Hall. Dem erfahrenen Spion wird sehr schnell klar, dass Simon und Mary etwas zu verbergen haben. Und je mehr Jack in Erfahrung bringt, desto mysteriöser wird die ganze Angelegenheit. Zudem wird es auch für Jack immer schwieriger Distanz zu behalten. Immer mehr verstrickt er sich auch gefühlsmäßig in diese Affäre, die immer exotischere Wendungen nimmt.

The Sinners Club ist der Auftakt zu einer neuen Erotik-Serie von Kate Pearce. Die Protagonisten – wie Jack und Adam, sowie auch Lady Westbrook und Christian Delorny sind dem Leser bereits bekannt. Sie hatten ihre Auftritte bereits in der ‘House of Pleasure’ Reihe der Autorin. Wieder spielt die Erotik eine große Rolle und Kate Pearce lässt in diesem Buch nichts aus. Mich persönlich hat es nicht gestört, dass in diesem Buch der Hauptprotagonist Jack sich mehr dem männlichen Geschlecht zugewandt hat. In einer Aussage bezüglich seiner Vorlieben wird es auch ganz deutlich, dass Jack hier wirklich keine Präferenzen hat und die Geschlechter ziemlich gleichmütig betrachtet.

Jack ist auch ein eher verschlossener Charakter, der seine Erfahrung und sein Geschick sehr gut einzusetzen weiss. Dabei versucht er immer auf Distanz zu bleiben. Doch aus gerechnet bei Simon und Mary gelingt dies kaum. Obwohl die Geschwister ihn von Anfang an belügen und ihren Vorteil suchen. Vom moralischen Standpunkt ist es eine eher schwierige Geschichte. Doch Kate Pearce lässt ihre Protagonisten nicht ohne Grund so reagieren, wie sie es eben tun. Und am Ende findet sich ja auch was gefunden werden soll. Doch für alle drei Protagonisten ist dieser Weg nicht einfach und jeder von ihnen muss in gewisser Hinsicht über seinen Schatten springen und lernen zu vertrauen.

Simon ist sehr gefällig, freundlich, offen und einfach liebenswert. Seine Schwester Mary hingegen stellt für mich durchaus eine Herausforderung dar. Natürlich werden ihre Handlungsweisen im Laufe der Geschichte erklärt und verständlich. Aber für mich persönlich war sie nicht besonders liebenswert oder liebenswürdig.

Am Schreibstil der Autorin gibt es wie immer nichts zu mäkeln. Der Erotikanteil in diesem Buch ist sehr hoch und für Jugendliche absolut nicht geeignet, zudem Jack und Simon sich auch auf eher härtere Spielchen einlassen und Kate Pearce dem Leser weitere Einblicke in das Sittenbild dieser Zeit gibt und die Türen in diverse Bordelle öffnet. Alle drei handelnden Personen sind durchaus stimmig beschrieben und ihre Handlungen sind in Folge auch nachvollziehbar. Leider bleibt für mich das Gefühl etwas auf der Strecke. Mir hat der bestimmte Punkt gefehlt, wo dann eben die Gefühle über die Vernunft gesiegt haben. Es knistert zwar ständig zwischen allen Beteiligten, aber irgendwas hat einfach gefehlt! Dennoch vier Sterne für einen sehr erotischen Auftakt!

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