Brutus, der Dorftrottel – Kim Fielding

Brutus, der eigentlich ganz anders heißt, wird in seinem Dorf nur geduldet und nicht geschätzt. Seine Größe macht ihn zu einem perfekten Arbeitstier und er wird auch schamlos von den Dorfbewohnern ausgebeutet. Hinzu kommt, dass er über keinerlei Bildung verfügt und ein Äußeres nicht sehr attraktiv ist. So ist er immer wieder Zielscheibe von Spott, Hohn und Ausgrenzung. Doch dann verändert sich Brutus‘ Leben radikal. Er rettet dem Prinzen das Leben und wird dabei selbst schwer verletzt. Doch der Prinz bietet ihm eine Stellung an. So verlässt Brutus das ungeliebte Dorf und zieht in die ferne Stadt, wo er eine besondere Aufgabe zugewiesen bekommt. Brutus wird der Wärter eines seltsamen Gefangenen, der kaum spricht und immer wieder nächtlichen Visionen hat.

Gray liegt schon lange in Ketten und lebt isoliert in einem Turm innerhalb des Palastes. Seine vorigen Wärter haben sich nur schlecht um ihn gekümmert und hatten meist Angst vor ihm. Doch sein neuer Wärter ist anders. Fürsorglich, ruhig und freundlich. Gray fasst langsam Vertrauen zu dem Mann, den er nur mit den Fingern ertasten kann. Denn Gray ist zudem auch noch blind. Der Gefangene ist also auf die Gnade seines Wärters angewiesen. Langsam entspinnt sich zwischen Gray und Brutus eine zarte Freundschaft, die irgendwann zu mehr wird. Brutus erlebt in die schönste Zeit seines Lebens, doch er ist sich der Umstände bewusst und leidet mit Gray mit, der auf keine Gnade durch den König hoffen kann.

Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Akzeptanz, die sehr zu Herzen geht. Kim Fielding beschreibt ihr Helden meisterhaft in ihrer Unvollkommenheit, aber auch ihrer Güte, Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit. Vor allem Brutus kommt hierbei sehr gut weg. Der sanfte Riese, der von allen verkannt und in gewisserweise missbraucht wird. Gray hingegen muss für eine schlimme Tat büßen, ist sich seiner Schuld jedoch mehr als deutlich bewusst.

Ihre Beziehung entwickelt sich nur langsam und ist erst von Vorsicht und Misstrauen auf Seiten Grays geprägt. Brutus hingegen muss sich erst in dieser neue Welt erst zurechtfinden und macht zu seiner großen Überraschung schon bald Bekanntschaften, die zu Freundschaften werden. Man beginnt ihn zu akzeptieren und irgendwann auch zu schätzen. Doch sein Leben kann nicht glücklich sein so lange Gray in Ketten liegt. Seine Fluchtpläne scheinen aussichtslos, doch Brutus liebt. Und wer liebt, der riskiert. In diesem Fall auch das eigene Leben. Diese Liebesgeschichte ist sehr sensibel und einfühlsam geschrieben. Es gibt zwar romantische Momente, doch mit erotischen Interaktionen spart die Autorin. Wirklich gestört hat mich das nicht, allerdings hat die Geschichte auch ihre Längen. Doch viel mehr hat mich der Titel des Buches gestört, der mich im ersten Moment schon abgeschreckt hat.

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