Learning to Feel – N.R. Walker

Der Arzt Nathan Tierney kehrt Boston und dem stressigen Alltag in der großen Klinik den Rücken zu. Der Rückzug aufs Land, in die Einschicht, wird von seiner Familie nicht wirklich verstanden. Aber Nathan, der eigentlich nur für seine Arbeit lebt und keine wirklichen sozialen Kontakte ausserhalb der Familie hat, braucht einen Break. Er ist ausgebrannt und rastlos. Ihm sind seine sozialen Defizite durchaus bewusst und sein mangelnder Sexualtrieb oder das Interesse an anderen Menschen ist für ihn aber auch kein Problem.

Doch schon am ersten Tag wird er mit einem ’sozialen’ Problem konfrontiert. Das Haus, in das er einzieht, ist nicht unbewohnt und wird teilweise noch renoviert. Der Maler und Künstler Trent Jamieson ist offenherzig, freundlich und unbeschwert. Nathan weiss nicht so recht wie er mit ihm umgehen soll. Doch für kurze Zeit wird und soll die Wohngemeinschaft schon funktionieren. Trent scheint ziemlich nett zu sein und sein Hund wächst Nathan schnell ans Herz.

Trent ist Künstler, der sich mit der Renovierung des Hauses nur sein augenblickliches Leben finanziert. Und er wird auch wieder weiterziehen – wenn er fertig ist. So der Plan. Doch Trent und Nathan fühlen sich zu einander hingezogen. Trent weiss was er ist und was er will. Nathan hingegen erlebt mit Trent so etwas wie eine Offenbarung, denn Nathan fühlt nicht wirklich. Und Nathan lebt im Grunde ein Leben ohne echte Freude. Etwas, das seine Eltern sehr belastet.

Dieses Buch zu bewerten ist nicht so einfach. Vieles bleibt ungesagt und unberührt. Manche Szenen gefielen mir nicht, doch die Geschichte liest sich sehr locker und es gibt viele amüsante Szenen zwischen Trent und Nathan. Zwar wirkt Trent sehr bodenständig und erfahren, doch auch er hat seine Vergangenheit. Und im Laufe des Buches fragt sich der Leser – wer lehrt hier wen was?

Ich mochte beide Protagonisten, allerdings hätte ich mir mehr etwas mehr Tiefe und auch mehr Hintergrundwissen gewünscht. Ihre Annäherung verläuft sehr schnell; fast ein wenig zu schnell. Die hohe Dichte an Sexszenen hat mich persönlich jetzt nicht gestört, denn dass jemand wie Nathan plötzlich aufblüht und mit seiner Sexualität spielt und sie entdeckt, ist für mich völlig normal.

Die Ängste beider Männer kommen immer wieder deutlich zum Ausdruck, jedoch bleibt eben viel ungesagt und nur angedeutet. Das ist vielleicht eine Schwäche dieser Geschichte. Dennoch hat sie mir gut gefallen und würde sie jederzeit wieder lesen.

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