You Can See Me – A.E. Via

Prescott Vaughan verliert durch einen schweren Autounfall sein Augenlicht, seine Karriere als aufstrebender Starkoch und am Ende auch noch seine Freundin, die ihn nach einigen Monaten verlässt. Obwohl er sein Leben versucht zu ordnen, lernt mit seiner Blindheit umzugehen und wieder Boden unter den Füssen gewinnt, scheint alles aussichtslos. Doch Pres gibt nicht auf und einige Jahre später ist er zumindest beruflich höchst erfolgreich und finanziell gut gestellt. Doch sein Privatleben ist desaströs. Seine sogenannte Freundin nutzt ihn nur aus.

Doch da gibt es einen Nachbarn, Ric. Und Ric riecht so wahnsinnig gut. Ric ist es auch, der ihn nach einem verhängnisvollen Date mit Vicky völlig hilflos und verletzt auf der Straße aufsammelt und ins Krankenhaus bringt. Dr. Rickson Edwards hat seinen gutaussehenden Nachbarn schon länger beobachtet und sich längst in ihn verliebt. Auch wenn Prescott augenscheinlich nicht schwul ist. Doch träumen kann man doch. Und manchmal erfüllen sich Träume auch. Doch zwischen Pres und Ric läuft es nicht lange gut. Von einem Moment auf den anderen bricht Ric mit Pres.

Und wieder bleibt Prescott zurück. In seiner Verzweiflung und seiner Einsamkeit erkauft er sich Zeit und Aufmerksamkeit in dem er einen Escort-Service nutzt. Und sein Escort Blair ist zauberhaft. Das bleibt auch Ric nicht verborgen. Und mit der Zeit begreift Ric was er verloren hat.

Menage-Geschichten können wunderbar sein, aber auch fürchterlich kitschig sein/enden. Doch A.E. Via hat mit ihrer Geschichte um den blinden Prescott genau ins Schwarze getroffen. Im Mitteplunkt steht natürlich Pres und sein Schicksal. Es fällt ihm schwer – natürlich – mit seiner Blindheit zurechtzukommen. Und selbst als er wieder einen Sinn in seinem Leben findet, bleibt er alleine. An dieser Einsamkeit zerbricht er fast und Ric erscheint wie ein Held – sein Sonnenschein! Doch Sonnenschein hat Schwierigkeiten Prescott als gleichwertig anzuerkennen. Und er ist zu überfürsorglich; traut Prescott zu wenig zu. Ausserdem ist Ric sehr unversöhnlich und er bricht einem fast das Herz wenn man liest wie sehr Prescott sich bemüht und Ric ihn abweist.

Blair, der dritte Mann, ist eine sehr interessante Erscheinung. Und an ihm ist auch mehr dran als man erwartet. Einerseits geht er sehr schnell auf einen Konfrontationskurs mit Ric, andererseits offenbar sich wenig später seine wahre Neigung und seine Sehnsucht nach etwas, das eigentlich ein Tabu ist. Und etwas, das sich kaum erfüllen kann. You Can See Me ist ein ungewöhnliches Buch, das jedoch sehr zu Herzen geht. Einerseits ist es romantisch, andererseits zeigt die Geschichte die üblichen Probleme eine Partnerschaft auf. Und auch die Schwierigkeiten, die mit einer Behinderung verbunden sind. Manche Nebenfiguren sind vielleicht zu gut um wahr zu sein, doch ihre Hauptakteure hat die Autorin mit genügend Ecken und Kanten versehen, dass die Geschichte nicht zu kitisch wird.

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