Für einen regnerischen Nachmittag – R.J. Scott

Eine unerwartete Begegnung und eine unerwartete Erbschaft ereilen den Künstler Robbie, der in einem verschlafenen Nest in der englischen Provinz lebt. Seit Jahren hat er für Maggie gearbeitet und eine enge Freundschaft mit ihr gepflegt. Doch nun ist Maggie tot und er einer ihrer Erben. Der andere Erbe ist ein junger Amerikaner – Jason, der entfernt mit Maggie verwandt ist.

Jason, der eigentlich Maggies Haus geerbt hat, wird schon in der ersten Nacht obdachlos, als ein Wasserschaden ihn aus dem Haus zwingt. Robbie nimmt Jason sofort bei sich auf und gibt ihm Obdach und schnell entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Männern. Gemeinsam versuchen sie auch Maggies Geheimnisse und Geschichte zu ergründen, die weit in die Vergangenheit zurückreicht und Stoff für eine neues Buch bieten.

Für mich war dieser Kurzroman bezaubernd geschrieben und ich fand die Helden sehr sympathisch und liebenswert. Es fehlt ihnen leider ein wenig an Tiefe und man erfährt zwar sehr viel über die verstorbene Maggie, weniger jedoch über Robbie und Jason. Das ist sehr schade und nimmt dem Buch auch etwas von seinem Charme. Die Handlung plätschert tatsächlich dahin und es gibt jetzt keine dramatischen Wendungen, Schurken oder sinnbefreite Verwicklungen.

Dafür erlebt man eben wie Jason und Robbie sich näherkommen und dabei in die Lebensgeschichte von Maggie eintauchen.

Diese Art von Geschichte kann man mögen – oder eben nicht. Es hängt sicherlich auch von der augenblicklichen Stimmung des Lesers ab. Für mich war sie perfekt und mir hat sie auch sehr gut gefallen. Weniger gefallen hat mir die Übersetzung. Einige Formulierungen waren sehr ruppig, andere Ausdrucksweisen etwas unpassend.

Insgesamt habe ich mich jedoch gut unterhalten gefühlt und RJ Scott bleibt auf jeden Fall auf meinem Radar. Geschrieben hat sie ja genug.

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