Lost in Indigo – V.L. Locey

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VÖ: 07/2018
Genre: Contemporary / Sport
Seitenanzahl/Print: 233
Serie:
 Colors of Love (1)

Meine Bewertung:
3.5 von 5 Regenbögen

Mathieu Beresford erleidet kurz vor dem größten Triumph seiner Karriere ein schwere Verletzung. Hilflos muss er aus seinem Krankenbett ansehen, wie seine Kollegen von Sieg zu Sieg eilen und am Ende den Cup holen. Ohne ihn, auch wenn man ihn natürlich immer wieder erwähnt. Es ist also nachvollziehbar, dass seine Laune nicht die Beste ist. Mat will sich auf seine Privatinsel in Kanada zurückziehen und dort seine Wunden lecken und wieder genesen. Unterstützung soll er dabei von seinem Hausmeister und dessen Sohn Indigo erhalten. Jedoch drückt man ihm auch noch eine Krankenschwester aufs Auge, mit der Mat schon vom ersten Augenblick an nicht zurecht kommt. Dafür weckt der junge Indigo sein Interesse. Verbotene Gefühle drängen sich in Mat auf, denen er aber auf keinen Fall nachgeben darf.

Indigo ist tatsächlich noch sehr jung, aber schon reif und sehr verantwortungsbewusst. Er bringt ein wenig Freude in Mats Leben und zeigt seinerseits Interesse an dem etwas älteren Mann, der im Alter seines Vaters ist. Indigo hat auch eine feminine Seite und lebt diese auch aus. Das stößt vor allem der Krankenschwester bitter auf, die sich als ziemlich homophob herausstellt und so gar keinen Filter zu haben scheint.

Puh, ich muss gestehen - es ist kein einfaches Buch. Der Plot ist wirklich interessant und vor allem Indigo ist großartig. Er ist mein Held und zeigt deutlich mehr Rückgrad als Mat, der sich leider sehr schnell als ziemlicher Feigling und Drückeberger herausstellt. Natürlich versteht man es, dass er immer ein Leben im Schrank führen musste. Dass er jetzt am Ende seiner Karriere mit einer gewissen Identitätskrise zu kämpfen hat. Aber von einem fast 40jährigen Mann erwarte ich mir einfach mehr Reife, Übersicht und vor allem einen Plan B - nach dem Ende der Karriere.

Sein Verhalten Indigo gegenüber hat mir nicht gefallen und ich finde, dass Indigo wirklich etwas Besseres verdient hätte. Die Krankenschwester wird viel zu spät in ihre Schranken gewiesen und wie Mats es so viele Jahre mit seinem ahnungslosen und latent homophoben Agenten, sowie dem hochgradig homophoben und rassistischen Vereinseigentümer ausgehalten hat, bleibt mir bis zum Schluss unverständlich.

Das Buch hätte echt tolle Ansätze geboten und ein wenig Realismus schadet einem Buch, das in so einer Umgebung spielt, ja nicht. Allerdings hätte ich mir von dem Haupthelden einfach Reife, Rückgrad, Charakter und Mut gewünscht. So bleibt ein fahler Nachgeschmack.

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