Off Switch – A.C. Lelis

Der Polizist Rick ist neu in Hamburg und seine sozialen Kontakte sind noch äußerst dürftig. Doch nach einem Einsatz in einer Fetisch-Bar zieht es ihn in seiner Freizeit genau dorthin zurück. Für Rick auch kein Problem, denn er ist ein Dom. Selbstsicher, gelassen und fokussiert. Er weiß genau was er will. Ob er es jedoch bekommt, das hängt im Falle des Barbesitzers Andreas noch in den Sternen. Denn der ist ein Switch und er wird es Rick nicht leicht machen. Zudem Andreas mit seiner Vergangenheit, aber auch seinen gegenwärtigen Problemen für Rick keinen passenden Partner abgibt. Weder im romantischen Sinne, noch als Spielgefährte in der BDSM-Szene.

Und doch kommen sie voneinander irgendwie nicht los. Dabei könnte Andreas gefährlich für Ricks Karriere als Polizist werden, während Andreas‘ mit seiner befleckten Vergangenheit und den aktuellen Vorkommnissen schnell in den Fokus von Polizeiermittlungen gerät. Zudem wird dann auch noch Andreas‘ Leben bedroht, seine Existenz steht auf dem Spiel und mit seiner früheren Liebe Noah scheint keine Freundschaft mehr möglich zu sein. Alles scheint zu viel zu werden – vor allem Rick, der ihm alles geben könnte was er braucht und von dem er sich trotzdem einem kaum zu ertragenden Druck ausgesetzt fühlt.

Im dritten Teil der kinky pleasure-Reihe wird es nun etwas rauher und expliziter. Rick und Andreas sind erwachsen und im Spiel erfahren. Sie wissen was sie wollen, brauchen und was ihnen gefällt. Rick punktet durch sein Auftreten und seine Professionalität. Die gerät nur selten ins Wanken. Mir hat das gefallen, da er wirklich eine sehr vertrauenserweckende Erscheinung ist. Andreas hingegen merkt man sofort an, dass er Probleme hat. Und dass ihm die Situation auch immer mehr aus den Händen gleitet. Das verleitet ihn zu leichtsinnigen Handlungen, die jedoch die Probleme nicht weniger, sondern mehr machen.

Ihm sind seine Defizite durchaus bewusst, aber Andreas braucht Hilfe um sich selbst aus diesen Verwirrungen zu befreien. Doch er ist auch ein sehr stolzer Mann, der nur schwer Hilfe annehmen kann. Und noch immer belastet ihn seine Vergangenheit, die ihn mit Träumen immer wieder einholt. Für wirklich zartbeseitete Gemüter ist diese Geschichte nichts. Man muss sich auf die Helden und ihre Bedürfnisse einlassen können. Man muss aber auch Geduld aufbringen um den Weg mit Andreas zu gehen. Er ist jetzt nicht unbedingt der angenehmste Held, den A.C. Lelis je erschaffen hat. Er ist jedoch ein Mensch, mit Schwächen und Stärken. Jemand der nicht immer klug handelt, aber durchaus ein moralisches Empfinden besitzt. Und das macht ihn menschlich und eben auch wieder liebenswert.

Der Krimiplot hält die ganze Geschichte zusammen und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Trotzdem ist er nicht aufdringlich und spielt sich auch nicht zu sehr in den Vordergrund. Jedoch gibt er immer wieder Impulse für Probleme, Unsicherheiten und eben auch unerwartete Wendungen. So muss Rick dann doch Farbe bekennen und einen Schritt tun, von dem er nicht weiß, ob er es auch wirklich wert ist. Zudem er sich Andreas nie sicher sein kann und er vielleicht etwas für einen Menschen riskiert, der es am Ende möglicherweise gar nicht wert ist.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es enthält viele Facetten, Wendungen und interessante Helden, die eben nicht wirklich perfekt sind, sondern auch schon mal so richtig auf den falschen Weg geraten. Der Fokus liegt auf Rick und Andreas, doch auch die Helden des letzten Teiles tauchen immer wieder auf und selbst einen gewissen, unterkühlten Anwalt bekommt der Leser wieder zu Gesicht. Was sich A.C. Lelis nun für das nächste Paar ausgedacht hat? Ich habe so gar keine Ahnung und freue mich schon sehr auf die Veröffentlichung.

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