Only See You – J.D. Chambers

Parker McWilliams hat sich von seiner Frau getrennt, lebt in Scheidung und beginnt ein neues Leben fern seiner Familie und deren strikter, engstirniger Lebensweise. Teil seines neuen Lebens ist sein Cousin Zach, der kein einfaches Leben im Familienverband hatte und für seine Lebensweise immer geschmäht und schlecht behandelt wurde. Über Zach lernt er auch neue Leute kennen. Zu diesen gehört Mal Copal. Und Mal ist eine besondere Person. Selbstsicher und selbstbewusst. Und Mal fühlt sich keinem Geschlecht zugehörig, mag aber Männer. Genauso wie einen ungewöhnlichen Kleidungsstil. Und genau der wird Mal zum Verhängnis und gefeuert.

Eine zaghafte Freundschaft beginnt sich zwischen Mal und Parker zu entwickeln. Und Parker beginnt sich zu fragen, ob er sich nicht auch zu Männern hingezogen fühlt. Aber Mal kann man eben nicht richtig einordnen und zu begreifen.

Das ist auch für den Leser nicht einfach. Ich bezeichne Mal jetzt hier in meiner Rezension als ‚ihn‘. Im Buch selbst wird eine andere Bezeichnung gewählt und das war am Anfang gar nicht so einfach zu lesen. Weiters glaube ich, dass eine Übersetzung deswegen kaum möglich ist. Dabei ist die Geschichte sehr, sehr schön und berührend geschrieben.

Parker ist aus dem ersten Teil bekannt. Er hat es endlich geschafft sich zu lösen und versucht ein neues Leben aufzubauen. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen ihn nicht los und dann wird auch noch seine Mutter krank. Plötzlich scheint sein neues Leben, das schon bald Mal inkludiert, in sich zusammenzufallen. Mal agiert hier sehr selbstlos und dem Leser bricht es das Herz.

Auch mit Parker hat man Mitleid und versteht seine Zwangslage. Andererseits ist er ein erwachsener Mann, der plötzlich wieder zum Jugendlichen degradiert wird und sich den Forderungen und Erwartungen seines Vaters ausgesetzt sieht. Jemand, der noch nie in einer ähnlichen Situation war, kommt schnell in die Versuchung vorschnell und unfair zu urteilen. Ich selbst sehe Parkers Entscheidungen als nachvollziehbar, wenn auch nicht als ideal. Doch am Ende findet er ja noch seine Eier und stellt sich auf die Füße. Nimmt sein Leben erneut in die Hand und versucht Mal zurückzugewinnen.

Ein wirklich tolles Buch, eine schöne Geschichte und berührende Helden. Jedoch nicht ganz einfach zu lesen, da die Autorin Mal eben nicht klar benennt. Das kann für einen Nichtmuttersprachler dann schon etwas schwierig werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.