Psycho – J.M. Dabney

Psycho trägt seinen Namen nicht ohne Grund und er agiert auch häufig so, dass man an seiner mentalen Gesundheit zweifeln mag. Seine Kindheit und Jugend war nicht einfach und Psycho (über)lebte nur nach dem Prinzip des Stärkeren. Doch auch starke Menschen sehnen sich nach Geborgenheit und Nähe. Psychos Freunde und Arbeitskollegen haben ihren Lebensmenschen gefunden und das will er auch. Aber wer soll ihn schon wollen?

Da gibt es Ben Morin, der eine Bäckerei führt und nach einer gescheiterten Beziehung, samt Geschäftsverflechtung, neu beginnt. Er ist etwas älter als Psycho und kann mit dessen aggressivem Werben erst so gar nichts anfangen. Doch insgeheim hat er eine Schwäche für dieses Raubein, das er schon länger durch die Scheiben seines Geschäftslokal beobachtet hat. Doch auch Ben hat so seine Schwächen und auch er stellt sich die Frage: Was kann er schon bieten und wer sollte ihn wollen?

Psycho und Ben sind wirklich grundverschieden und man fragt sich auch als Leser: Was soll das werden? Und es ist auch nicht immer einfach diese Geschichte zu verstehen. Psycho ist sehr geprägt und scheint auch überhaupt keine Ahnung zu haben, wie man um jemanden wirbt und sich nicht gleich zum Deppen zu machen. Zum Glück hat er Freunde, die da helfen. Und es auch gut meinen.

Auch Ben braucht ein wenig Hilfe von den Freunden, damit er sich auf Psycho einlässt und ihn auch verstehen lernt. Mir gefiel die Annäherung dieser Helden sehr gut und Dabney beschreibt auch das Fortschreiten ihrer sexuellen Beziehung ziemlich kinky und schon mal aufregend.

Warum dann nur 3 Sterne? Weil die Geschichte einfach etwas zu oberflächlich bleibt. Psycho kennt man zwar und doch bleibt er dem Leser irgendwie fremd. Auch wenn seine Exfrau auftaucht und einige Lücken in seiner Biographie geschlossen werden, so bleibt er einfach vage und nicht wirklich zu greifen. Das gleiche gilt auch für Ben, bei dem es echt mehr herauszuholen gegeben hätte. Doch das hat die Autorin verabsäumt.

Zusätzlichen Punkteabzug gibt es dann auch noch für den Erzählstrang um Psychos Exfrau. Einerseits hat es zwar Spass gemacht, andererseits ging sie mir irgendwann auf die Nerven und dieses Theater hätte nicht unbedingt sein müssen. Der Schluss war dann irgendwie auch merkwürdig. Andererseits ist Psycho auch ein sehr seltsamer Mensch. Insofern hat es dann vermutlich auch wieder gepasst.

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