Ein Dom und sein Schriftsteller – Xenia Melzer

 

Der Tod von Deans geliebter Schwester und ihr Erbe in Form eines Säuglings, stellt die Beziehung zwischen Dean und seinem Master Richard auf eine gefährliche Probe. Bislang waren die Rollen klar verteilt. Richard, ein erfolgreicher Geschäftsmann, ist der Dom in ihrer Beziehung und gibt Dean den Halt und die Struktur im Leben, die der Sub braucht. Auch Dean ist erfolgreich; hat sich einen Namen als Schriftsteller gemacht und ist finanziell gesehen von Richard nicht abhängig. Doch er braucht die feste Hand seines Doms und die Regeln, die Richard für sein Leben definiert. Nur so funktioniert Dean und nur so kann er seinen Alltag meistern. Doch dann kommt die kleine Emily ins Haus und bringt diese scheinbar krisenfeste Verbindung ins Wanken.

Dean, der von seinen Eltern verstoßen wurde und eine sehr enge Bindung zu seiner älteren Schwester hatte, nimmt die Herausforderung an. Emily ist das letzte, das von seiner Schwester geblieben ist und er will ihren letzten Willen erfüllen. Dass Richard keine Kinder will und mag, ist keine Überraschung. Das Thema war in ihrer intensiven Beziehung auch nie wirklich Thema. Doch jetzt muss sich Dean entscheiden und entwickelt eine Tatkraft, die Richard hingegen verunsichert und zunehmend wütend macht. Das Kind betrachtet Richard als Eindringling. Er reagiert unverhältnismäßig, eifersüchtig und auch kalt. Ausgerechnet jetzt, wo sein Sub ihn wirklich braucht, verliert Richard die Kontrolle und auch das nötige Einfühlungsvermögen für den geliebten Partner.

Ich muss gestehen, dass mich die Geschichte auf den ersten Blick jetzt nicht so interessiert hat. Doch das Cover der Übersetzung hat mich neugierig gemacht; fasziniert. Es ist unglaublich schön und ich habe mir das Buch von der Leipziger Buchmesse mitgenommen. Die Story hinter dem außergewöhnlichen Cover ist jedoch nicht minder faszinierend. Mein erstes Buch von Xenia Melzer hat mich wirklich überzeugt. Richard und Dean leben scheinbar ihren Traum. Was soll da schief gehen? Sie lieben einander, haben finanziell ausgesorgt, sind in ihrem Alltag angekommen.

Doch der Teufel liegt im Detail. Ein Baby stellt diese Beziehung vor völlig neue Herausforderungen und muss neu definiert werden. Die Autorin macht es ihren Helden nicht leicht. Ganz im Gegenteil. Sie schickt Dean und Richard auf eine beschwerliche und auch schmerzhafte Reise. Manchmal erkennt man sich als Mutter wieder, wenn Dean mit dem Kind völlig überfordert ist und sein Partner kalt und verständnislos reagiert.

Ich konnte auch Richard verstehen, dessen kleines Paradies mit Emilys Einzug plötzlich platzt. Während Dean die Dinge in die Hand nimmt, werden sie ihm nun aus der Hand genommen. Und er braucht viel Zeit um sich selbst auch wieder zu finden und die Kraft zu finden gemeinsam mit Dean ihre Beziehung neu zu definieren. Dieser Teil der Geschichte hat mir gut gefallen, auch wenn Richard gelegentlich wirklich irrational und auch sehr bockig reagiert. Aber im Grunde auch verständlich, weil ihr Leben und ihr Lebenskonzept ja völlig auf den Kopf gestellt wird.

Richtig gut fand ich die BDSM-Szenen, aber auch die simplen, intimen Begegnungen der Helden. Immer mit viel Gefühl, intensiv, manchmal kinky, dann wieder verspielt oder einfach nur romantisch. Hierbei hat sich Xenia Melzer wirklich Mühe gegeben und konnte absolut überzeugen.

In der Geschichte gibt es noch ein paar interessante Nebenprotagonisten, die die Geschichte aufwerten und den Helden helfend zur Seite stehen. Das nächste Paar der Geschichte werden Martin und Colin sein. Noch mehr würde mich aber interessieren, ob Deans Freund Leeland ebenfalls ’seinen‘ Dom und damit sein Happy End bekommt.

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