Hawthorne, Kate – The Colors Between Us

Der Künstler Roland lebt von dem Geld vergangener Erfolge. Und diese liegen wirklich schon sehr lange zurück. Gemalt hat er schon lange nichts mehr, denn die Inspiration ist ihm verloren gegangen. Trost findet er nur noch im Alkohol, auch wenn er sich selbst nicht als Alkoholiker sieht. Dabei bräuchte Roland eine Therapie und seine Medikamente, denn er ist auch hochgradig depressiv.

Adonis, der jedoch lieber Donny genannt wird, arbeitet bei einem Lieferdienst und lernt so den mysteriösen Roland kennen. Donny ist fasziniert von dem Mann und schafft es sich in sein Leben zu schummeln. Doch Donny erkennt auch sehr schnell, dass Roland Probleme hat. Sehr viele Probleme. Und er fragt sich, ob der Mann Roland all diesen Ärger auch wert ist.

Es ist keine einfache Geschichte, denn Roland ist ein sehr komplexer Charakter. Er wird gut beleuchtet, bekommt viel Platz und Raum. Leider geht dabei Donny ein wenig unter. Der ist wunderbar. Energisch, voller Zuversicht und sehr praktisch. Er will Roland helfen. Und er scheint nicht aufzugeben. Doch wie soll man jemand helfen, dem nicht zu helfen ist? Oder der sich einfach auch nicht helfen lassen will!

Roland trägt viele Altlasten mit sich herum. Diese belasten sein Gemüt, aber auch die aufkeimende Beziehung zu Donny, den er immer irgendwie auf Distanz halten will. Den Grund dafür erfährt man gegen Ende der Geschichte, wo sie einen drastischen Bruch zwischen den Helden erlebt.

Doch dieser Bruch ist eine Art Erweckung für Roland und endlich kriegt er seinen versoffenen Hintern hoch. Man nimmt ihm diese Entwicklung auch ab, da es ja auch schon zuvor Anzeichen der Besserung und des guten Willens gab. Einzig der Geist und die Selbstzweifel waren zu schwach und gleichzeitig zu stark.

Insgesamt fand ich das Buch jedoch sehr gut. Auch weil hier die Rollen ein wenig vertauscht waren. Denn obwohl Roland als körperlich überlegen beschrieben wird, verhält er sich eher devot und das spielte sich auch bei ihren Aktivitäten im Bett wider. Donny hingegen ist eher ein Twink, der jedoch ganz genau sagt wer hier den Ton und die Richtung angibt.