His Truth – Riley Hart

Leo Mancini und Roman Cipriani kommen aus unterschiedlichen Welten und finden sich für einen kurzen, friedvollen Moment. Doch die Blase ihrer ersten Liebe, ihrer Entdeckungen und des Vertrauens platzt. Für zwölf Jahre trennen sich ihre Wege. Schmerz, Wut, Vertrauensbruch und Konfusion sind ihre Begleiter. Da begegnen sie sich als Erwachsene wieder. Doch sie sind nicht mehr die Jungen, die noch Hoffnungen hatten.

Leo, der aus gutem Hause stammt, arbeitet inzwischen als Barkeeper und Kellner in einer Gaybar. Offen und mutig lebt er sein Leben. Nimmt mit was sich bietet und führt ein freies Leben, das er doch zu schützen weiß. Selbst nach all den Jahren ist er noch immer nicht über die Zurückweisung und Verletzung Romans‘ hinweg.

Roman ist einen anderen Weg gegangen. Der Tod seines kriminellen Vaters und der Gefängnisaufenthalt seines ebenso gewalttätigen Bruders lässt ihn ein neues Leben konstruieren. Ein Leben mit Regeln, Sicherheit und ein Leben mit einer Frau. Doch seine Freundin Amy spürt, dass Roman nicht mit dem Herzen bei der Sache ist. Und als Roman und Leo aufeinandertreffen, bricht die Vergangenheit mit all ihren schmerzlichen Erinnerungen, Erlebnissen, aber auch der bittersüßen Liebe die er mit Leo geteilt hat, ihren Weg an die Oberfläche.

Der Stoff ist intensiv und der ganzen Geschichte haftet ein Hauch von Melancholie an. So viele vergebene Chancen, soviel Unausgesprochenes, soviel Gewalt und Ungerechtigkeit. Ein Stoff, aus dem eine großartige Geschichte hätte werden können. Leider beginnt die Geschichte etwas zäh und die Helden kommen dem Leser auch nicht so richtig nahe. Die Rückblenden in die Vergangenheit bringt zwar immer wieder Licht in ihre Geschichte, doch auch hier wird man mit Leo und Roman nicht warm. Manchmal nerven die Rückblenden sogar. Eine andere Erzählweise hätte die Geschichte vielleicht nicht ganz so langatmig werden lassen.

Leo und Roman sind sehr spröde, aber auch vielschichtig und haben durchaus interessante Aspekte. Und doch bleiben sie irgendwie blass und vage. Es ist schwer zu beschreiben, denn an sich mochte ich sie am Ende. Und ich habe auch sehr mit Roman mitgelitten. Aber irgendwie konnte das Buch einfach nicht zünden, auch wenn die Möglichkeiten und Ansätze da waren.

Das Buch ist mir fast schon zu routiniert geschrieben. Riley Hart setzt Drama und Sex gezielt ein. Doch ich hatte mir dann doch etwas Anderes erwartet. Mehr Tiefe bei Roman, als er sich endlich öffnet und beginnt seine traumatische Vergangenheit aufzuarbeiten. Denn dieser Teil wäre wirklich interessant gewesen, wird leider aber sehr knapp gehalten. Deswegen nur eine bedingte Leseempfehlung meinerseits.