Nähe ist aus Eis gestrickt – Amy Lane

Nach seiner Entlassung aus der Haft, fehlen Jeremy Möglichkeiten und Perspektiven ein ehrliches Leben zu führen. Aber das hat er ja auch nie gelernt. Schon als Kind war er Komplize seines kriminellen Vaters und auch Jeremy ist nichts anderes als ein Betrüger. Doch dann verschlägt es ihn ausgerechnet nach Colorado. Zu Schafen, Kaninchen und Alpakas. Der griesgrämige Crow gibt ihm Arbeit in seiner Spinnerei und Jeremy wird von Craws Mitarbeiter Aidan angelernt. Zwischen dem deutlich jüngeren Mann und Jeremy entsteht eine zaghafte Freundschaft, die sich mit der Zeit auch auf Craw und Ariadne – eine weitere Angestellte Craws – ausdehnt. Langsam werden diese unterschiedlichen Menschen zu der Familie, die er niemals hatte.

Doch Jeremy braucht Zeit um sich an diese Nähe, an die Herzlichkeit und Freundschaft zu gewöhnen. Oft reagiert er nicht angemessen, ist schüchtern oder auch wieder zu forsch. Ausgerechnet Aidan wird ihm jedoch zu einer Stütze und Aidan hält auch nur selten mit seiner Meinung hinter dem Berg. Für Jeremy ist Aiden jedoch tabu. Viel zu jung und ganz eindeutig auf Craw fixiert. Und als Versager und Betrüger hat er nicht das Recht sich in Aidens heile Familienwelt zu drängen.

Teil zwei der Granby-Reihe ist eigentlich zum Teil noch vor Teil eins anzusiedeln und die Handlung läuft später dann fast schon parallel zum ersten Teil. Ein wenig kompliziert formuliert, aber man kann die Geschichten sehr gut als Stand Alone oder eben nach Veröffentlichungsdatum des Verlages lesen. Wenn man eben den ersten Teil der Reihe kennt, dann kennt man auch Jeremy und Aiden. Und in ihrem Buch werden eben sehr viele Fragen beantwortet, aber auch Probleme gelöst.

Obwohl Aidan deutlich jünger und vielleicht auch unerfahrener ist, ist er der Stärkere in dieser Beziehung. Er hat auch sehr viel Geduld um den scheuen Jeremy aus der Reserve zu locken. Dieser ist immer auf dem Sprung und hat auch immer wieder Fluchtgedanken. Die Möglichkeit endlich ein stabiles und glückliches Leben zu führen, die erscheint ihm lange Zeit sehr unwahrscheinlich und wie ein Traum. Doch Colorado ist für ihn ein Neuanfang und er entdeckt ganz neue Seiten am Leben und fasst soviel Vertrauen zu Aiden, dass er sich ihm auch wirklich öffnen und ihnen eine Chance geben kann.

Am Ende der Geschichte wird Jeremy dann doch noch von seiner Vergangenheit eingeholt. Sie ist wenig erbaulich und vielleicht für Aiden auch gefährlich. Doch auch dieses Problem lösen sie gemeinsam. Schöne Geschichte, die ich sehr gern weiter empfehle.

 

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