No Filter – Nora Phoenix

Indy lebt ein Leben in Angst und auf der Flucht. Auf der Flucht vor seinem Ex, dessen mafiöser Organisation und vor den Behörden. Er ist klug genug sich unsichtbar zu machen, seine Identität und auch sein Geschlecht zu verschleiern. Da gerät er in einen Überfall und rettet dabei einem Mann das Leben. Plötzlich nimmt sein eigenes Leben eine unerwartete Wendung und bringt ihn zu Noah und Josh, den er gerettet hat.

Noah und Josh sind seit ihrer Jugend Freunde, waren gemeinsam in der Armee und leben nun zusammen. Der Krieg und das Leben allgemein haben Narben hinterlassen. Während Noah in einem Einsatz ein Bein verloren hat, leidet Josh an einem PTSD. Sie sind eine Einheit, Freunde und inzwischen auch Freunde mit besonderen Vorzügen. Dabei ist nur Josh tatsächlich schwul und Noah sieht sich eher als schwul für Josh. Doch diese Sichtweise wird in Frage gestellt, als er Indy begegnet.

Noah wirkt im ersten Moment, trotz der körperlichen Behinderung, als stark und mitten im Leben stehend. Nicht scheint ihn zu erschüttern. Doch die Sorge um Josh treibt ihn um, seine eigene Gesundheit leidet und eigentlich macht er einen Job, der nicht wirklich seine Wahl war. Zudem hat ein Problem mit seinem Temperament und oft gerät sein Ärger außer Kontrolle.

Josh hingegen hat Traumatisches durchgemacht und ist nicht fähig einem Job nachzugehen. Tatsächlich geht er auch kaum aus dem Haus und ist zufrieden für Noah den Hausmann zu geben. Und er schafft es Noah bei seinem Schmerzattacken zu helfen. Als nun jedoch Indy in ihr Leben tritt, ändert sich die Dynamik zwischen den zwei Männern. Allerdings ist Indy kein Störfaktor, sondern schafft es die Spannungen zwischen Josh und Noah auszugleichen.

Es ist keine Menage-Geschichte im herkömmlichen Sinn. Man muss sich auf viel Sex einstellen, doch da ist Nora Phoenix wirklich sehr kreativ. Es gibt natürlich auch noch eine Geschichte hinter dem vielen Sex und auch sehr ernste, aber auch kritische Momente. Josh, Noah und Indy sind alle irgendwie beschädigt und hadern mit unterschiedlichen Problemen. Sie gehen sehr unterschiedlich mit diesen Schwierigkeiten um. Und sie nähern sich auch sehr unterschiedlich an die Probleme der anderen Männer an.

Das macht diese Geschichte sehr interessant, aber auch intensiv und oft auch bedrückend. Vor allem Josh und Indy haben in der Vergangenheit sehr viel mitgemacht und die Erinnerung quält sie immer noch. Diese Bücher kann man nicht als Stand Alone lesen und die Einhaltung der Reihenfolge ist unbedingt nötig. Sonst geht einfach zu viel verloren und die Folgegeschichten bauen immer auf den vorhergehenden Teilen auf.

Mir gefiel die Dynamik der Beziehungen sehr gut. Die Helden sind keine Helden und sehr menschlich. Auch das hat sie mir nahe gebracht. Etwas weniger Sex wäre besser gewesen, auch wenn er gut und prickelnd geschrieben wurde. Insgesamt jedoch konnte mit die Geschichte mitnehmen und auch fesseln – auch wenn ich kein Fan von diesen fortlaufenden Geschichten bin.

 

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