No Limits – Nora Phoenix

Josh Gordon freut sich für seinen besten Freund Noah. Denn der hat nun sein Glück mit Indy gefunden. Irgendwie findet auch Josh in dieser Beziehung Platz, doch er wünscht sich einen eigenen Partner. Jemand, der auf seine Bedürfnisse eingeht und ihn versteht. Ausgerechnet der Cop Ignatius O’Connor scheint diese Voraussetzungen zu erfüllen. Aber es stellt sich heraus, dass der Polizist eine Verbindung zu Indys düsterer Vergangenheit hat. Und egal was Josh sich auch wünscht – Indy ist ihm wichtig und er würde nichts riskieren um das Leben des jungen Mannes zu gefährden.

Dabei ist O’Connor, der aber von allen nur Connor genannt ist, grundsolide und ehrlich. Und er ist rechtsschaffen. Mit der Verwandtschaft seiner Mutter will er nichts zu tun haben. Dennoch ist es schwierig Indy, Noah und Josh davon zu überzeugen. Aber auch Connor hat Zweifel an einer Beziehung zu Indy. Seine Bedürfnisse hat er noch nicht richtig ausgelotet und er ist auch nicht geoutet. Zudem weiß er um die besondere Beziehung zwischen den drei Männern und er weiß nicht, wie er damit umgehen soll und kann.

Der zweite Teil der No Shame-Reihe, knüpft direkt an die erste Geschichte an. Es gibt keine Bruchstelle und auch das ist ein Grund, wieso man die Reihe unbedingt chronologisch lesen sollte. Connor konnte man im ersten Teil nicht so ganz einschätzen, doch es war ganz deutlich, dass er Interesse an dem scheuen Josh hat. Jedoch kann er eben diese Beziehung zwischen Josh, Indy und Noah nicht wirklich einschätzen und kann mit Noahs Zureden Josh kennenzulernen erstmal nichts anfangen.

Es war interessant zu lesen, wie sich die Beziehung von Indy und Noah weiterentwickelt, denn diese Beziehung ist ständig präsent. Aber Nora Phoenix verliert ihr eigentliches Hauptpaar nicht aus den Augen. Josh und Connor kommen sich näher und lernen ihre Bedürfnisse kennen. Doch man stellt schnell fest, dass der so selbstbewusst wirkende Connor auch ein paar Leichen im Keller liegen hat. Und dass er seinen Weg erst finden muss, auch wenn er eine Karriere als Soldat und Polizist gemacht hat. Doch seine Sexualität, Bedürfnisse und Träume sind dabei auf der Strecke geblieben.

Ich fand es auch ganz spannend und sehr rational, dass Connor und Josh sich Hilfe gesucht haben, um ihre Bedürfnisse besser kennenzulernen und damit auch umzugehen. Connor hat eine sehr dominante Seite, die Josh Bedürfnissen entgegenkommt. Doch Connor muss erst lernen und sucht sich Hilfe, damit es nicht in einer Katastrophe endet.

Neben diesen Aspekten nimmt Indys Vergangenheit weiter viel Raum ein, Noahs hat mit seiner Kriegsverletzung zu kämpfen und auch Joshuas Vergangenheit wird natürlich stärker beleuchtet; auch seine Kellerleichen werden nun ausgegraben und bringen das fragile und noch so unbestimmte Beziehungsgeflecht stark ins Wanken.

Im zweiten Teil kommt viel Spannung auf und man muss sich weiter auf viel Drama und Gewalt, aber auch sehr viel Sex in die verschiedensten Konstellationen einstellen. Manchmal hat man seine WTF-Momente, dann wird es etwas kitschig und am Ende schüttelt man den Kopf. Und trotzdem hat die Reihe etwas an sich, das süchtig macht. Vor allem geht die Autorin doch sehr stark auf ihre Helden und ihre Bedürfnisse ein. Sie versucht Handlungen zu erklären und den Hintergrund auch glaubwürdig zu gestalten.

Wirklich leichte Kost ist es jedoch nicht und wer ein Buch über Traumabewältigung lesen will, der sollte doch eher zur Fachliteratur greifen. Denn das hier ist, was es ist – Fiktion.

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