Silken – Isobel Starling

Nach einer schweren Verletzung ist der Tänzer Matthew Fischer gezwungen seine Karriere an den Nagel zu hängen und sich neu zu orientieren. Das fällt ihm nicht leicht und er vermisst die Bühne schmerzlich. Doch mit seinem Tumblr-Blog Silken hat er sich eine neue Bühne geschaffen und mit seinem Einkommen als Immobilieninspektor kommt er irgendwie über die Runden. Große Leidenschaft hegt er für diese Tätigkeit nicht, dafür aber für einen anderen Aspekt seines neuen Lebens. Online hat er Austin kennengelernt und ist mit ihm eine Online-Beziehung eingegangen. Eine sehr spezielle Beziehung. Denn Austin ist ein Dom und Matthew kann seine devoten Neigungen nicht verbergen. Auch nicht seine Vorliebe für Reizwäsche und das Spiel.

Jedoch tritt sein Dom überraschend auf in Matthews Realität und plötzlich scheinen alle Wünsche und Sehnsüchte in Erfüllung zu gehen. Aber ist Matthew überhaupt bereit sich der Realität, einem Mann aus Fleisch und Blut, zu stellen?

Ein Zufall kommt Austin, der eigentlich Jack heißt und im fernen Amerika sitzt, zu Hilfe. Er ist fasziniert von seinem Online-Sub und will den nächsten Schritt wagen. Da erkennt er in Silken einen Angestellten der Immobilienfirma, die sich um seine Wohnung in London kümmert. Jack ist so gefesselt und auch aufgeregt, dass er seine Gelassenheit und Erfahrung zu verlieren scheint und mit seiner Spontanität Matthew überrascht und auch verschreckt.

Silken ist einerseits sehr ungewöhnlich durch den Online-Aspekt, andererseits hat die Geschichte alles was eine BDSM-Romance braucht. Isobel Starling hat mit Matthew und Jack ein sehr interessantes Paar geschrieben und lässt trotz der Kürze des Buches auch tief in ihre Vergangenheit blicken. Vor allem Matthew lernt man sehr schnell und gut kennen. Er ist wirklich sympathisch und kein Wunder, dass Jack von ihm fasziniert ist. Da ihre Beziehung ja erst im virtuellen Raum entsteht, kann Matthew sich vielleicht auch leichter dieser neuen Neigung öffnen und im Schutz der Anonymität ausleben. Jack hingegen scheint ja sehr erfahren zu sein und zu wissen was er will. Dass auch er nicht perfekt ist und nicht frei von Schwäche ist, macht ihn durchaus sympathisch.

Für prüde Leser ist diese Geschichte eher nicht geeignet. Isobel Starling lässt der Phantasie ihrer Helden freien Lauf und es gibt so manche Szene, die mehr als deftig ist. Aber damit hatte ich persönlich gerechnet. Insofern war ich auch nicht überrascht oder irgendwie peinlich berührt. Leider endet die Geschichte ein wenig plötzlich, doch ich nehme an, dass es eine Fortsetzung geben wird. Zumindest zeichnet es sich ab und natürlich will man wissen, wie es nun mit Jack und Matthew weitergeht. Der Möglichkeiten gibt es ja viele!

Eine kleine Anmerkung möchte ich noch zur Übersetzung loswerden. Ich habe zwei verschiedene Übersetzungen gelesen und bin sehr froh, dass die Autorin die Geschichte noch einmal übersetzen hat lassen. Die zweite Fassung liest sich viel runder, schöner und angenehmer. Bei der ersten Version hatte ich doch deutliche Probleme und das hat mir auch den Spass an der Geschichte genommen.

 

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