Verlockend auf den ersten Blick – KC Burn

Nach einem schweren Verkehrsunfall muss der Pornodarsteller Raven mit gesundheitlichen Problemen kämpfen und seine Karriere beenden. Zwar war ihm schon vorher klar, dass er irgendwann zu alt für den Job sein würde, doch so ein Ende hätte er dann auch nicht erwartet. Auf andere Menschen wirkt Raven sehr selbstsicher und gelassen. Doch der Unfall hat auch mental Spuren hinterlassen und es ist ihm auch nicht möglich mit einem anderen Menschen auf Tuchfühlung zu gehen. Das lässt sein Liebesleben natürlich völlig brach liegen. Als er jedoch den Handwerker Caleb kennenlernt, hat er das erste Mal wieder Interesse. Doch die Ängste scheinen fast zu übermächtig.

Caleb ist völlig hingerissen von dem Mann im Kilt, der jedoch kaum erreichbar scheint. Aber dann entwickelt sich etwas zwischen ihnen. Eigentlich möchte Caleb mehr, respektiert jedoch Ravens Zurückhaltung. Und je mehr er von ihm und dem Unfall erfährt, desto besser kann er Raven auch verstehen. Doch nicht nur Raven hat so seine Probleme. Auch Caleb fühlt sich oft überfordert – und zwar von seiner Familie. Die ist riesig, neugierig und furchtbar liebenswert. Aber auch schrecklich nervig und will ihn ständig an die Frau bringen. Doch Caleb ist nicht out und fürchtet nichts mehr als die Liebe seiner Eltern zu verlieren.

Es ist wirklich sehr nett zu lesen, wie Raven und Caleb einander näherkommen und kennenlernen. Mitwisser ist von Anfang an der Cousin von Caleb, der ihn auch immer unterstützt und deckt. Raven, der zwar genügend Erfahrung mit Sex gemacht hat, ist auf der Beziehungsebene und in der Datingwelt völlig unbedarft. Und so muss er erst lernen und sich auch langsam aus der Deckung wagen, will er eine ernste Chance mit Caleb haben. Dass dieser nicht out ist, ist für Raven erst einmal kein Problem.

Für den Leser wird es aber mit der Zeit zum Problem. Denn Caleb – so putzig und liebenswert er auch ist, ist ein schrecklicher Feigling und gegen Ende hin, bekommt er dann auch noch ein paar sehr heuchlerische Charakterzüge, die mir nicht gefallen haben. Aber das ist dann auch der Situation geschuldet, in die Raven und er geraten. Dabei hätte Caleb durchaus mehr Vertrauen in seine Eltern haben können und vielleicht damit nicht ganz soviel Porzellan zerschlagen müssen.

Dennoch bleibt es eine nette und humorvolle Lektüre, bei der es aber durchaus noch ein wenig Luft nach oben gibt.

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