Tough Guy – Rachel Reid

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Verlag: Carina Press
VÖ:
01/2020

Genre: Contemporary 
Seitenanzahl/Print: 262
Serie:
Game Changers (3)

Meine Bewertung:
4 von 5 Regenbögen

Ryan Price ist ein Kerl von einem Eishockeyspieler und erfüllt als Enforcer seine Pflicht auf dem Eis. Doch hinter dieser harten und oft brutal wirkenden Fassade steckt ein ganz anderer Mensch. Ein ruhiger, scheuer, fast schon schüchterner Mann. Es fällt ihm schwer Freundschaften zu knüpfen und zu halten. Und er spielt auch ständig bei einem anderen Team. So ist es ihm im Laufe seiner Karriere auch nicht gelungen eine Beziehung einzugehen oder irgendwo Wurzeln zu schlagen. Ryan kämpft aber auch noch mit Flugangst und Depressionen. Eine Panikattacke hat ihn in der letzten Saison völlig aus der Bahn geworden und wieder einmal wurde er an ein anderes Team weitergereicht. Nun ist Toronto seine neue Heimat und die Toronto Guardians sein neues Team. Es scheint sich aber zu wiederholen, dass Ryan für sich bleibt. Nur einer seiner Teamkollegen - Wyatt - scheint an einer Kumpelschaft oder auch Freundschaft interessiert zu sein. Doch trifft Ryan ausgerechnet hier jemanden aus seiner Vergangenheit, Jugend, wieder.

Und Fabian hat das Potential Ryan Price Leben völlig aus den Angeln zu hebeln. Fabian ist auch das völlige Gegenteil von Ryan. Laut, fröhlich, offenherzig, offen schwul und glamourös. Eine großartige Karriere in einem Orchester hat er verworfen und schlägt sich nun als freischaffender Musiker in der Szene von Toronto durch. Aber Fabian hat Talent und es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis er auch den Sprung weiter nach oben schafft. Mit Eishockey hat er jedoch nichts am Hut, auch wenn er aus einem Haushalt kommt, in dem der Sport immer wichtig war. Seine Eltern haben auch immer talentierte Hockeyspieler für eine Saison in ihrer Familie aufgenommen und betreut. Ryan Price war einer von ihnen. Und er war etwas Besonderes.

Ich muss gestehen, dass ich den Plot wirklich gut fand und mich auch sehr auf das Buch gefreut habe. Allerdings sind die Helden sehr speziell und die Geschichte hat sich für mich nicht so leicht und locker gelesen. Vor allem Ryan schleppt sehr viel Ballast mit sich herum. Er ist eine sehr fragile und düstere Persönlichkeit. Es zerbricht dem Leser das Herz, wenn man ihn in seiner unbeholfenen und scheuen Art beobachtet. Bei Fabian taut er auf, kann jedoch nicht gleich über seine Schatten springen. Natürlich nicht. Aber Ryan braucht auch sehr lange, bis er sein Tun endlich hinterfragt und sich neuen Möglichkeiten öffnet.

Fabian hingegen zeigt am Anfang zwar Geduld und ist auch einfühlsam. Doch er wird gegen Ende der Geschichte dann einfach egoistisch und auch irgendwie unsympathisch. Natürlich bereut er seine Worte und Handlungen. Und doch bleibt für den Leser ein etwas fahler Nachgeschmack zurück. Handwerklich gibt es an dem Buch nichts zu meckern und die Autorin beschreibt die sexuellen Probleme und Unzulänglichkeiten ihrer Helden auch sehr gut. Auch Ryans Trauer und Hilflosigkeit werden eindrücklich beschrieben und erklärt. Jedoch hat mir am Ende dann der letzte Funke bei diesem Buch gefehlt.

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